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Mittwochchallenge mit Oliva Mae

 

Meine Lieben Bücherfreunde,

heute kommt leider schon die vorletzte Challenge. Heute habe ich für Euch Olivia Mae.

10 Wörter habe ich vorgegeben, diese Wörter sollte Olivia mit einbeziehen. Nun wünsche ich Euch viel Spass. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

 

  1. wahre liebe
  2. andere welt
  3. elben
  4. trolle
  5. wald
  6. leuchtende augen
  7. zwei monde
  8. sonnenuntergang
  9. schneesturm
  10. küsse

 

 

Wahre Liebe von Olivia Mae Sie spürte schon seit einigen Stunden ihre Finger und Zehen nicht mehr. Die Kälte, die sich in ihre Glieder fraß und ihre Gedanken in eine trübe Dämmerung jagte, war inzwischen zu einer durchgehenden Begleiterscheinung geworden. Das Klappern der Zähne, das Zittern der Muskeln – Dauerzustände. Dabei hätte alles anders sein sollen. Ihr leises Auflachen ähnelte einem verzweifelten Schluchzen. Alles anders – wie lächerlich. Das klang, als käme der Gedanke aus einer anderen Welt! Einer Welt mit wundervollen, blutroten Sonnenuntergängen, dem zärtlichen Rauschen der Meeresbrise und dem Gefühl von Magie, welche in der Luft lag. Hier lagen nur Schneeflocken in der Luft. Aufgewirbelt vom Schneesturm Fritz (wie konnte man nur so einen schlechten Namen für einen Sturm dieser Stärke auswählen!). Sein Pfeifen, welches ihre Ohren hinter der Mütze und der Kapuze des Parkas nur dumpf erreichte, war eindeutig keine sanfte Brise. Es war mehr ein wütendes Tosen, eine Naturgewalt, ein frostiger Hauch des Himmels. Sie hatte versagt. Ihr Ehrgeiz hatte sie am Ende in die Falle getrieben, vor der sie sich immer sicher gewähnt hatte. Ich kann das! Ich weiß, was ich tue! Ich bin Herrin dieser Situation. Sie hatte allen immer erklärt, dass sie inzwischen so viel Erfahrung gesammelt hatte, dass sie sich auch bei brenzligen Situationen richtig entscheiden würde. Und heute – heute hatte doch die Sonne vom Himmel gelacht, als sie sich bereitgemacht hatte? Die Sonne … wie makaber. Müde spürte sie, wie ihr die Augen zufielen. Es war so weit. Der Tod streckte seine Hände nach ihr aus und entriss sie dieser Welt.

 

„Amalia!“ Wie viel Zeit war vergangen? Amalia konnte es nicht sagen, aber als sie die Augen öffnete war ihr noch immer elendig kalt. „Kleines, schau mich an.“ Blinzelnd versuchte sie ihren Blick zu Schärfe zu zwingen, aber es funktionierte nicht mehr. Ihr fielen die Augen wieder zu, der Kopf glitt zur Seite. „Amalia!“ Wie penetrant die Tonlage war, wie nervig das Rütteln an ihrer Schulter. „Du musst es mir sagen!“ Seufzend öffnete sie erneut die Augen. Ihre gesprungenen Lippen verbargen sich unter einem Parka. „Sag es mir! Wie komme ich von hier nach Hause!“ Nach Hause … Wie seltsam. Sie würde jetzt gleich nach Hause gehen, und damit meinte sie nicht die kleine Wohnung unten im Dorf. Sie meinte ihr großes, schönes Dachterrassenschloss. So herrlich hatte sie nie gelebt, also musste der Himmel so sein! „AMALIA!“ Zornig schrie er sie nun an. „Ich schwöre dir, die Trolle sind unser kleinstes Problem, wenn du mir nicht sagst, wie ich heimkomme!“ Er war so komisch. Als ob es auf der Erde Trolle gab. Haha. Selbst im Sterben musste sie innerlich über die Vorstellung schmunzeln. Wie wohl alte Spaziergänger reagieren würden? Der tägliche Gang über Wiesen, Felder und durch den nächsten Wald. Die warme Luft des nahenden Frühlings – und dann, aus dem Nichts der nach Tod und Verwesung stinkende Atem eines Trolls. Am spannendsten wäre es, wenn man Legolas auch noch in die Welt beamen könnte. Er würde, treu den Elben, mit Pfeil und Bogen noch im Sprung schießen und natürlich das Auge des Trolls erwischen. Man musste nicht extra erwähnen, dass der restliche Körper des Trolls in eine absolut unverwundbare Rüstung gehüllt wäre – und nur die Sehschlitze des Helms einen Angriffspunkt böten. Legolas – ein wahrer Held.

 

Sie hatte nie einen Helden gehabt. Wo waren ihre Helden bloß immer versteckt gewesen? Ihre Mutter hatte ihr erklärt, dass man die Liebe selbst unter Steinen entdecken kann. Nun war sie professionelle Bergsteigerin gewesen, Tourenführerin und … nein, unter Steinen hatte sie keine liebe entdeckt. „AMALIA! VERDAMMT! Ich BRAUCHE DICH!“ Wer war das überhaupt? Wer sprach mit ihr? Wer brauchte sie? Sie erinnerte sich nicht mehr an Namen, Geschehnisse und Geschichten. Die Welt wurde immer unwichtiger, der Zustand der absoluten Kälte verblasste. „Bitte, tu mir das nicht an. Amalia. Ich flehe dich an. Wenn du stirbst … dann sterbe ich auch!“ Wieso hatte er solche Angst vor dem Ende? Es war nichts Schlimmes, wenn man keine Kälte mehr empfand. Wenn man Ruhe hatte, Frieden und … Geborgenheit fand. Das Ende war ja am Ende nur ein Anfang?! „Liebes, bitte. Bitte nicht.“ Etwas Warmes tropfte auf ihre Wangen, endlich klärte sich das Bild vor ihren Augen. Frederik. Er war gekommen um sie zu retten! Und nun hatte er sich selbst ins Grab gesetzt, denn der Schneesturm wurde immer heftiger, statt an Kraft zu verlieren. Und er weinte?! Wieso weinte er … sie waren doch nur Freunde? Man muss doch nicht so theatralisch in Tränen ausbrechen … „Legolas … würde nicht … weinen.“ Sie war verloren. Fre-rik sah es an ihren Augen, hörte es an ihrer Stimme. Er war zu spät gekommen, sie konnte ihm nicht mehr helfen und hatte auch noch alles vergessen, was sie ausmachte. Dieses dumme Menschlein von der Erde. Diese naive Heldin, die alle retten wollte und am Ende … sich selbst unterlag. „Amalia.“ Ihre Wangen zärtlich berührend, hauchte er kleine Küsse auf ihre kalte Stirn. Ihre Haut wirkte wie pures Eis. „Du hast uns viel Gutes getan, uns am Ende vielleicht gerettet, bitte verzeih, dass ich das nicht vermag.“ Ihre Augen hatten einen trüben, milchigen Glanz angenommen. „Ich wünsche dir eine gute Reise. Kreuze die zwei Monde und folge dem hellsten Stern im Osten!“ Seine Tränen entsprangen dem Leid seiner Seele. Er hätte sie lieben können. Er hätte sie ehren können. Er hätte sie zu seiner Königin gemacht. Aber ihre Gabe hatte das alles vernichtet. Jene und ihr grenzenloser Wille, die Welt – SEINE Welt – vor dem Untergang zu bewahren. „Ich werde die Erde schützen, hörst du? Mit allen Kräften und Mitteln, die mir bleiben.“ Fre-riks Atem glitt zärtlich über ihre Schläfen, während er die schneeweißen Haare nach hinten strich. Ein paar Strähnen brachen ab, klirrend brach mit ihnen auch sein Herz – ihre Seele war fort. „Es hätte echt sein können, du dumme Närrin. Echte, wahre Liebe. Aber du … du wolltest stattdessen eine Heldin im Alleingang sein … Als ob man alleine im Leben etwas gewinnen kann!“

 

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Mittwochchallenge mit Torine Mattutat

#Mittwochchallenge mit Torine

Autorenseite

 

Ich gebe 10 Wörter vor, diese müssen im Text auftauchen. Genre ist egal, Story länge auch.

Ich wünsche euch nun viel Spass beim Lesen.

 

  1. Badewanne
  2. Flieder
  3. Herzenbrecher
  4. Skifahren
  5. Hütte
  6. Schnee
  7. Feuerwerk
  8. Ostsee
  9. Trauig
  10. Schlagsahne

 

Anna steht vor dem Spiegel und kontrolliert noch einmal ihr Outfit. Es soll Ben einfach umwerfen. In seinem Leben soll er diesen Abend nicht vergessen, genauso, wer er sich immer an Anna erinnern soll, wenn ihm Fliedergeruch in die Nase steigt.

In diese neue Kreation hat sie sich direkt verliebt, als das Parfüm am ersten Tag auf dem Markt erhältlich gewesen ist.

Ben! Ben diesen Herzensbrecher lernte sie vor einem halben Jahr beim Skifahren kennen. In dem Urlaub hatten sie so viel Spaß. Sie erinnert sich gern an den vielen Schnee, der sie noch einmal am vorletzten Urlaubstag überraschte. Sie bekamen gerade rechtzeitig noch die Mitteilung, dass die Gleise eingefroren waren. Durch diese missliche Situation konnten sie und ihre Freundin Mia erst einen Tag später nach Hause fahren. Ein Großteil der Urlauber war betroffen, doch die Skilehrer sorgten dafür, dass keiner traurig war.

Obwohl die Hütten in dem kleinen Dorf erneut vermietet waren, organisierte das Personal für die Nacht eine Riesenfete mit Feuerwerk.. Es ging wirklich turbulent zu in der Nacht. Seitdem schreibt sie mit Ben fast täglich Nachrichten. Jede Woche skypen oder telefonieren die beiden.

Anna hat die Chance genutzt und Ben an die Ostsee eingeladen. Schnell läuft sie noch einmal in ihr exklusives Badezimmer und kontrolliert, ob alle geplanten Details auch dicht bei der Badewanne stehen. Denn diese erste Nacht wird unvergessen bleiben. Doch Anna möchte nicht nur, dass die Nacht unvergessen bleibt, auch sie soll Ben niemals vergessen.

In diesem Moment klingelt es in ihrem Loft. Sie eilt zur Tür. Kaum hat sie diese geöffnet, fällt sie ihm auch schon um den Hals. Küssend stolpern sie ins Innere, Anna gibt der Tür, mit dem Fuß, einen Schubs, so, dass diese ins Schloss fällt. Ben küsst Anna weiterhin, zieht eine Kussspur in Richtung Hals und schon sprüht er Anna mit Schlagsahne voll.   ….. *Kopfkino* ….

 

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Mittwochchallenge mit Alica H. White

Heute habe ich die Autorin, Alica H. White bei mir in der #Mittwochchallenge.

Ich gebe 10 Wörter vor, die in ihrer Story vorkommen muss. Ich wünsche Euch viel Spaß. Über eine Rückmeldung, würde sich die Autorin und ich sehr freuen

1.Regen 2. Gewitter 3. Gummistiefel 4. Hütte 5. Heiß 6. Lieben 7. Bergretter 8. Apfelkuchen 9. Küsse 10. Blond

Story von Alica H. White

 

»Duhu Niko?« Jenny blickte vom Laptop auf und sah ihren Mann an.

»Hmhm«, murmelte dieser abwesend. Er saß in Jogginghose gebannt vor der Sportschau, ein Fläschchen Bier in der Hand.

Sie sah nachdenklich auf ihren Gatten. Der Alltag hatte sich in ihre Ehe eingeschlichen. Beide arbeiteten viel, zu viel. Früher war das anders, da waren sie oft im pulsierenden Leben der Stadt, oder sie genossen zusammen die Natur. Auch hatten sie immer viele Gedanken geteilt, über ihre Ziele und Träume geredet. Davon war jetzt nicht mehr viel übrig. Ihre spärliche Freizeit verbrachten sie meist im Fitnessstudio, oder vor dem Fernseher. Damals liebten sie es, miteinander zu kochen, heute gingen sie ins Restaurant.

Jenny kam ihr Alltag immer mehr grau in grau vor. Das durfte doch nicht so weitergehen

»Hier ist so eine Umfrage von C-Date … 15% aller Singles finden Sex in der Öffentlichkeit aufregend«, begann sie.

»Hmhm.«

»Hörst du mir überhaupt zu?« Ihr ungeduldiger Ton schien Niko nicht im Geringsten zu beeindrucken. Versonnen knibbelte er am Etikett der Bierflasche.

»Hmhm«, murmelte er noch einmal, ohne den Blick zu heben.

Für Jenny war das alte Vorurteil bestätigt, dass eine Frau vor allen Dingen den Stecker des Fernsehers ausziehen musste, um einen Mann ins Bett zu bekommen.

Vielleicht half ein Trick. »Ich bin Schwanger!«, verkündete sie. Sie hatten beschlossen, erst in ein paar Jahren über das Thema Kinder zu reden.

»Waaas!«, rief er, mit weit aufgerissenen Augen.

Na endlich! Da hast du aber einen Schreck bekommen, gell?«, fragte sie mit einem Grinsen.

»Wieso, was, wer, ich meine …«, stotterte er, aschfahl im Gesicht.

»Wer, wäre die richtige Frage … Du kannst es ja nicht gewesen sein«, konterte sie schnippisch.

»Ich hoffe, das ist jetzt ein Scherz«, blaffte ihr Mann und stellte sein Bier auf den Tisch. Bedrohlich richtete er sich auf, ballte seine Fäuste. Sein Atem ging schneller, das Gesicht lief rot an. »Hast du mich betrogen?«

»Ruhig Brauner! Natürlich ist das ein Jux, mein Hengst. Aber was soll ich machen, du hörst mir ja sonst nicht zu. Ich könnte nackt vor dir stehen, du siehst nicht einmal hin. Wir sind überhaupt nicht mehr aufmerksam, haben kein Interesse mehr füreinander.«

Er atmete tief durch, die Erleichterung war ihm anzusehen. Es störte sie sehr, dass ihn das laue Liebesleben offensichtlich überhaupt nicht tangierte. Da müsste doch etwas zu machen sein, dachte sie.

»15% aller Singles finden Sex in der Öffentlichkeit anregend«, sagte sie mit einem Lächeln. »Wie ist das eigentlich bei dir?«

»Wieso ich? Ich bin aber gar kein Single …«

»Und deswegen kannst du Sex in der Öffentlichkeit nicht anregend finden?«, grummelte sie, genervt von seiner Sturheit.

»Sag mal, worauf willst du eigentlich hinaus?« Niko rollte die Augen. Ungeduldig griff er zu seinem Bier und nahm einen großen Schluck.

»Ich versuche herauszufinden, wie unser Liebesleben ein bisschen mehr Schwung bekommt. Ich finde, es kribbelt schon lange nicht mehr. Ein paar Schmetterlinge im Bauch, ein Kribbeln beim Sex … das wäre so schön.«

»Und jetzt möchtest du Sex in der Öffentlichkeit, um einen Kick zu bekommen?«

»Warum nicht? Es muss doch nicht immer ein Swinger Club, oder ein Erotik-Versandhandel sein.«

Niko sah seine Frau entgeistert an, die Kinnlade sackte Millimeter für Millimeter nach unten.

»Wer bist du? Jedenfalls nicht die Frau, die ich geheiratet habe«, stammelte er.

Frustriert klappte Jenny ihren Laptop zu. »Das Kompliment kann ich ungebraucht zurückgeben. Du bist schon lange nicht mehr der Mann, den ich geheiratet habe. Dieser Mann war nämlich für jeden Mist zu haben, Langeweile war für uns früher ein Fremdwort.«

»Aber, aber … du bist doch sonst immer so … anständig … Du bist doch früher nicht auf solche schrägen Ideen gekommen.«

»Früher … früher hatten wir auch noch einen Kaiser … Da hat es ja auch noch einfach so bei uns gekribbelt. Hätte ich dir damals so etwas vorgeschlagen, hättest du sofort den Fernseher ausgemacht. Manchmal denke ich, du liebst mich gar nicht mehr«, schmollte sie mit geschürzten Lippen.

Niko seufzte frustriert.

Natürlich liebe ich dich noch! Na schön, was schlägst du vor!«, stöhnte er und drückte endlich auf den Aus-Knopf für den Fernseher.

»Wir machen eine Liste und probieren es einfach mal aus, eins nach dem anderen. Sozusagen eine ›Kribbel-Liste‹. 9% finden Sex auf einem Berg aufregend, 18% an einem See, 31% würde ein Strand reizen. Stell dir doch nur mal vor, wie die feinen Gischtblasen auf unserer Haut zerplatzen, das allein kribbelt doch schon! Die meisten, nämlich 37%, fänden Sex im Wald erregend, das wird dann der krönende Abschluss. »

»Das ist doch Erregung öffentlichen Ärgernisses. Hast du gar keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen?«

»Nein, nein, das habe ich schon recherchiert! Das ist nur strafbar, wenn du es darauf abzielst, beobachtet zu werden. So lange man davon ausgehen muss, dass du genug Vorkehrungen getroffen hast, nicht beobachtet zu werden, so lange kannst du auch nicht belangt werden.« Jennys Augen leuchteten vor Begeisterung. »Lass uns mal wieder so richtig Lieben, das wünsche ich mir.«

»Aha«, kam es zögernd von ihrem Mann. Er rieb sich mit Daumen und Zeigefinger die Augen. »Also ich weiß ja nicht so recht … aber wenn du unbedingt willst …«

Bei dem Gedanken, ihre Fantasien in die Tat umzusetzen, fing es in Jennys Unterleib gewaltig an zu kribbeln. Freudestrahlend sprang sie auf ihren Ehemann zu, setzte sich auf seinen Schoß. Als sie die Arme um seinen Hals schlang und sein Gesicht für einen Kuss heranholte, fing auch er an zu lächeln.

Ihre Münder näherten sich, wild pressten sie die Lippen aufeinander. Ungeduldig öffneten sie beide ihre Münder, um einen wilden Tanz der Zungen zu eröffnen. Zufrieden stellte Nicos Frau fest, dass sie sich sehr lange nicht mehr so leidenschaftlich geküsst hatten.

***

 

»Komm schon, wo bleibst du denn?«, maulte Jenny.

Ihr Mann stapfte missmutig hinter ihr her. »Der Hang ist so steil! Hättest du nicht einen anderen Weg finden können?«

»Ja, klar. Aber diese Wege sind alle länger, das wäre dir auch nicht recht gewesen …«, nörgelte sie zurück. »So sparst du dir doch das Fitnessstudio. Und die Aussicht ist hier am besten.« Sie blieb stehen und blickte sich wieder nach ihrem Gatten um, der ihr missmutig nachkraxelte. »Sieh nur, wie grandios der Blick ist. Allein davon bekomm ich ja schon fast einen Orgasmus.«

»Für diesen Orgasmus muss man sich aber mehr anstrengen, als beim Sex.«

»Dass du immer alles so … so … verspotten musst. Du bist ein Blödmann!« Jenny drehte sich um und lief mit festem Schritt weiter, Richtung Gipfel.

Sie schloss kurz ihre Augen, streckte ihr Gesicht in den seichten Wind und freute sich über die leichte Brise. Die Sonne wärmte ihre Haut, unterbrochen vom kühlenden Schatten der Bäume. Ebenso genoss sie den dünnen Schweißfilm, den die Anstrengung auf die Haut zauberte. Zusammen mit dem Windhauch sorgte er für die richtige Körpertemperatur. Das Konzert der Vögel, das Zirpen der Grillen in den Kräuterwiesen bildete die passende Untermalung.

Die Idylle wurde unterbrochen von ihrem Mann. »Kein Wunder, dass das nur 9% erregend finden. Wenn man endlich oben ist, ist die Lust verschwunden«, nörgelte er.

Jenny verdrehte ihre Augen. »Wenn du nicht bald still bist, habe ich auch keine Lust mehr … sieh nur, da vorne ist ja schon das Gipfelkreuz.«

»Gott sei Dank! Ich hab‘ schon einen Bärenhunger!«

Nach einem Stoßseufzer antwortete Jenny: »Das war mir klar. Deshalb habe ich ja auch jede Menge zum Essen eingepackt. Zur Belohnung gibt es deinen Lieblings-Apfelkuchen.« Beim letzten Satz hellte sich das Gesicht ihres Mannes auf.

Am Gipfelkreuz angekommen, blickten beide ins Tal. Die Aussicht war einfach großartig. Durch die klare Luft hatte man eine gigantische Fernsicht. Niko holte tief Luft und schien diesen Augenblick genauso zu genießen, wie seine Frau. »Halleluja«, flüsterte er.

Nach einiger Zeit griff Jenny zur mitgebrachten Decke und breitete Sie umständlich aus. Der frische Wind in der Höhe machte ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Erst mit der Hilfe ihres Mannes, lag sie endlich glatt am Boden.

»Jetzt schnell hinsetzen«, sagt er und ließ sich auf die Decke plumpsen. Jenny stellte den Korb auf die Decke und tat es ihm gleich. Lachend blickten sie sich in die Augen.

Jenny kramte ihre liebevoll zubereiteten Köstlichkeiten aus dem Korb, während Niko den Rotwein öffnete und einschenkte. Sie plauderten und kicherten sie wie die Teenager. Immer wieder fütterten sie sich gegenseitig.

Es zuckte ein elektrisierendes Kribbeln bei beiden, als sich die Hände einmal wie zufällig berührten. Ihre Unterhaltung stockte, dabei suchten sie die Gefühle des anderen in dessen Augen. Niko stellte sein Weinglas beiseite, dann tat er dasselbe mit dem seiner Ehefrau. Seine Hand legte sich an ihre Wange, der Daumen streichelte sie zärtlich. Liebevoll fuhr er ihr anschließend in die Haare und zog seine Frau am Hinterkopf zu einem Kuss heran.

Jenny fühlte die Schmetterlinge flattern. Genauso hatte sie es sich vorgestellt … Sie spürte die weichen Lippen ihres Gatten auf ihren. Zunächst eine zarte Berührung, doch immer stürmischer presste er sie auf ihre. Seine Zunge stupste gegen den Mund und forderte Einlass. Sie stöhnte, nur zu gerne gewährte sie ihr Zutritt. Der leidenschaftliche Tanz ihrer Zungen begann. Liebevoll streichelten und ertasteten sie ihre Münder.

Niko beugte sich noch ein Stückchen weiter vor und löste seine stützende Hand, um damit sanft unter ihren Pulli zu fahren. Der Atem seiner Frau wurde schneller. Die Berührung der warmen, weichen Haut ließ das Blut in seinem Unterleib zusammenlaufen. Er stöhnte leise.

Er brauchte erst mal Luft, deshalb unterbrach er den Kuss um sich ihrem Hals zu widmen. Mit kleinen Küssen arbeitete er sich zur Hals beuge vor. Genießerisch streckte sie sich ihm entgegen und stieß noch einmal ein sehnsuchtsvolles Stöhnen aus. Auch in ihrem Bauch kribbelte es gewaltig. Dieser Sinnesreiz verwandelte sich in ein schmerzhaftes Ziehen, als seine Hand Richtung Busen wanderte. Frech versuchte er, sich unter den BH zu drängen.

Ihr Mann war ein Meister im ein händigen Öffnen eines BHs, deswegen fummelte er dort nicht lange, um die Brust aus ihrem Gefängnis zu befreien. Als er dann endlich freie Bahn hatte und fest zupackte, stellten sich ihre Brustwarzen erwartungsfreudig auf. Ein Anlass für die neckische Hand, sie mit Daumen und Zeigefinger anzufeuern.

Jetzt gab es auch für Jenny kein Halten mehr. Gierig wanderte ihre Hand in den Hosenbund, wo sie seine Härte spürte und zärtlich darüberfuhr. Die spürbare Erregung feuerte ihre Leidenschaft weiter an. Das ließ ihren Mann laut aufstöhnen. Lüstern steckte er ihr das Becken entgegen.

Einvernehmlich legten sie sich auf die Decke. Sie lenkte Nikos Liebkosungen zu ihrem Unterleib. Beide konnten an nichts anderes mehr denken, als sich gegenseitig Liebe zu schenken.

Auf einmal hörten sie Stimmen, weiter weg, doch sie schienen näher zu kommen.

»Scheiße! Ich dachte, wir sind hier allein«, raunte Niko seiner Gattin zu.

Wie der Blitz rückten beide ihre Kleidung wieder zurecht. Um die Enttäuschung ein wenig abzumildern, bekam er noch ein schnelles Küsschen von Jenny.

»Dafür ist offensichtlich das Wetter zu gut. Ich kann sie schon sehen, es ist ein älteres Pärchen. Die haben sicher den langen Weg genommen«, wisperte sie ihm zu.

»Hier sind auch keine Büsche, die Schutz bieten können«, flüsterte er. »Das ist ja wie auf dem Präsentierteller.«

»Ja, jetzt sind wir durchaus in Gefahr ein öffentliches Ärgernis zu werden«, raunte sie dunkel.

Inzwischen war das ältere Ehepaar wieder aus der Sicht verschwunden.

Den Grund dafür erfuhren sie umgehend, dicke Tropfen prasselten auf die beiden herunter.

»Die Kribbel-Liste ist dem Wettergott anscheinend viel zu hieß, deswegen schickt er uns eine kalte Dusche«, lachte Nico.

Jenny zuckte zusammen, als postum ein lautes Donnergrollen zu hören war. »Der Wettergott scheint deine Scherze nicht zu mögen. Du Schatz, lass uns hier schnell verschwinden, ich hab Angst«, kreischte sie, während sie hastig ihre Jacke überzog.

Der war schon dabei in Windeseile die Sachen zusammenzupacken. »Aber hopp hopp«, drängelte er. »Sonst müssen wir noch die Bergretter rufen. Hast du denn gar nicht den Wetterbericht gecheckt?«

»Nein, das Wetter sah doch so fantastisch aus.« Seine Frau war aufgesprungen und half ihm. In Rekordzeit brachen sie auf.

Mein Gott, manchmal bist du wirklich blond. Du weißt schon, dass man sich davon nicht täuschen lassen soll. Es kann jederzeit umschlagen«, schimpfte er.

»Du bist fies, hättest dich ja auch mal kümmern können«, schmollte sie.

»Jetzt wünsche ich mir gerade Gummistiefel.« Hilflos stand sie vor einer riesigen Pfütze, die sehr tief war und ihnen den direkten Weg versperrte.

Ich Mann packte schnell ihre Hand und zog sie einfach Drumherum. Eilig hasteten sie weiter. »Komm jetzt, lass uns keine Zeit verlieren. Ich kenne eine Hütte, nicht weit von hier.«

Sofort stiegen bei Jenny Bilder vor ihrem inneren Auge auf. »Oh ja, dann können wir dort Liebe machen. Das ist sehr romantisch. Vielleicht ist es auch möglich, ein Feuer anzuzünden.«

»Du überrascht mich doch immer wieder. Man sagt eigentlich den Männern nach, dass sie nur an das Eine denken«, keuchte er außer Atem. »Da ist sie«, ergänzte er erleichtert, als die Hütte in Sichtweite kam.

Aber als sie an der Notunterkunft angelangt waren, setzte Nico eine enttäuschte Miene auf. Stimmen drangen nach draußen. »Das mit dem Sex kannst du vergessen, wir sind hier nicht allein«, murmelte er in ihr Ohr, so dass sie eine Gänsehaut bekam.

Seine Frau seufzte und nickte. »Komm, lass uns reingehen.«

Beide erkannten das ältere Pärchen, als sie eintraten. Sie grüßten die zwei mit einem freundlichen Lächeln.

»Sind sie auch vom Wetter überrascht worden? Komm setzen sie sich zu uns«, wurden sie begrüßt.

»Danke, ja. Es sah so schön aus, als wir heute Morgen aufgebrochen sind«, antwortete Jenny höflich.

Sie kamen der Aufforderung nach und setzten sich zu den beiden. Ehe sie sich versahen, waren sie in einen Smalltalk verwickelt. Niko hasste Smalltalk, vor allem mit Fremden. Deshalb forderte er seine Frau unverblümt zum Aufbruch auf, sobald der Regen aufgehört hatte.

Mit einem Schulterzucken verabschiedete diese sich dann von dem älteren Ehepaar und folgte ihrem Gatten auf dem Weg zurück. Natürlich blieb das Maulen über den Abstieg nicht aus, denn der ist bekanntlich anstrengender als der Aufstieg.

»Also, ich weiß nicht, der Kribbelfaktor dieser Aktion war ja nicht gerade sonderlich hoch. Vor allem kribbeln jetzt meine Füße …«, bemerkte er im Tal.

Ihr wollt mehr von der Autorin, demnächst gibt es eine tolle Leseprobe von ihr

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Mittwochchallenge mit Christian Grahn

Liebe Bücherfreunde,

heute habe ich für euch einen männlichen Autor, Christian Grahn. Ihn habe kennengelernt, als ich ein Buch für ihn Testlesen durfte. Und Christian hole ich mir seitdem immer wieder ins Boot. 🙂

Weitere Info´s über den Autor hier: 

Autorenseite von Christian Grahn

Und nun wünsche Ich Euch viel Spass bei der Kurzgeschichte. Christian und Ich würden uns über Rückmeldung freuen!

Weltenwanderin

von Christian Grahn

 

Das heiße Wasser war wunderbar. Am liebsten hätte ich mich lang ausgestreckt, aber das ließ die Größe des Badebottichs nicht zu. So musste ich mich damit begnügen, den kleinen Hocker auf dem ich saß in die Mitte zu stellen und mich mit dem Rücken an der Wand des Bottichs anzulehnen. Genussvoll schloss ich die Augen. Vielleicht wäre es das letzte Bad in nächster Zeit. Heute war Reisetag und man wusste nie wo man landete. Viel wichtiger als Waschgelegenheiten war ein Platz zum Schlafen und etwas zu essen. Aber auch darüber musste ich mir im Augenblick keine Gedanken machen.

Ich konzentrierte mich wieder auf die wohlige Wärme des Wassers. Das Gedankenkarussell wurde leiser, rückte in den Hintergrund und Entspannung breitete sich aus.

Ich zuckte zusammen und rutschte vom Hocker. Mein Kopf tauchte unter die Wasseroberfläche und ich zog mich am Rand des Bottichs wieder nach oben. Prustend sah ich mich um, aber es war niemand im Raum zu sehen. Nur meine alte gelbe Quietscheente tanzte auf den Wellen. Schon als Kind hatte sie mich überall hin begleitet. Andere Kinder hatten ihr Lieblingsstofftier, ich hatte meine Quietscheente. Es war nur logisch, dass sie mich auf meinen interdimensionalen Reisen begleitete.

Ich wischte mir das Wasser aus dem Gesicht und setzte mich wieder auf den Hocker. War ich wirklich nur eingeschlafen? Es passierte mir beim Baden regelmäßig, allerdings wachte ich nie mit einem solchen Schreck wieder auf.

Ich hatte nicht lange geschlafen. Die Wassertemperatur war kaum merklich abgekühlt. Erneut suchte ich den Raum mit meinen Augen ab. Obwohl ich nichts Auffälliges sah, kribbelte es in meinem Nacken. Ein Indiz, dass ich nicht alleine war. Ich zog die Stirn in Falten. Dieser sechste Sinn hatte sich im Laufe meiner Reisen entwickelt und war zu einem sehr wichtigen und zuverlässigen Instrument geworden. Sollte er mich diesmal so täuschen? Entspannung war auf jeden Fall nicht mehr möglich, und so beschloss ich, das Bad zu beenden.

Ich ergriff den Rand des Badebottichs und mit einem leisen Ploppen erschien Leuric vor mir aus dem Nichts. Zu Tode erschreckt, sprang ich auf, taumelte zurück und fiel rittlings aus dem Bottich.

„Verdammt nochmal, Leuric. Was sollte das denn?“ Ich rappelte mich wieder auf und zog mich am Bottich so weit hoch, dass ich über ihn hinweg sehen konnte.

Der junge Zauberer grinste über das ganze Gesicht.

„Ich kann es endlich!“ Seine Stimme überschlug sich vor Aufregung.

„Na herzlichen Glückwunsch. Hör auf zu grinsen und reiche mir lieber mein Badetuch.“

Er ergriff das Tuch, das auf seiner Seite des Bottichs über einem Stuhl hing, auf den ich meine Kleidung gelegt hatte. Als er nahe genug bei mir war, riss ich ihm das Tuch mit gespielter Empörung aus der Hand. Das Grinsen in seinem Gesicht verschwand.

„Tut mir leid. Ich wollte nicht, dass du dich verletzt.“ Er fummelte mit der rechten Hand an dem Ring, der auf seinem linken Mittelfinger saß.

„Hab ich ja auch nicht“, sagte ich und warf mir das Tuch um.

„Freust du dich denn gar nicht für mich? Du musst doch zugeben, dass das eine tolle Sache ist. Das wird uns bestimmt nützlich sein, dort wo wir hingehen.“ Das Grinsen war wieder da.

„Da muss ich dir zustimmen, und wer hätte vor einem knappen Jahr gedacht, dass du es tatsächlich schaffst? Aber wehe, du erschreckst mich nochmal. Dann lasse ich dich auf der Welt, wo wir gerade sind, zurück, egal wie feindlich oder unwirtlich sie ist.“

„Das würdest du nicht wirklich tun, oder?“

In seinem Blick war echte Unsicherheit.

Ich schmunzelte.

„Lass es lieber nicht darauf ankommen.“ Ich ging zu dem Stuhl, auf dem meine Kleidung lag, rubbelte mich kurz ab und ließ das Badetuch fallen.

„Diesen Anblick würde ich auf jeden Fall sehr vermissen“, sagte Leuric.

Ich hörte, wie er näher kam und spürte dann seine Hände auf meinen Schultern. Den Kopf zur Seite neigend, lud ich ihn ein, meinen Hals zu küssen und er nahm sofort an. Seine weichen Lippen wanderten über meinen Hals. Ich schloss die Augen.

„Ich würde ja gern weitermachen“, hauchte ich, „aber mir wird allmählich kalt, und außerdem sollten wir uns auf den Weg machen. Wir hatten doch besprochen, diese Welt noch vor dem Mittag zu verlassen.“

Leuric seufzte.

„Na gut, aber nur unter Protest.“

„Ich verspreche dir, dich zu entschädigen, wenn wir in der anderen Welt angekommen sind.“ Ich drehte mich um, umarmte ihn und gab ihm einen langen Kuss.

„Ein kleiner Vorschuss.“

Er löste die Umarmung.

„Ich kümmere mich dann mal um das Gepäck. Ich muss meine letzten Sachen noch einpacken. Was brauchst du noch?“

„Sei so lieb und nimm meine Ente mit. Ich habe hier sonst alles, was ich brauche.“

Er ging zum Bottich, nahm die Ente heraus und drehte sich zu mir um. Ich schaute ihn erwartungsvoll an.

„Dann zeig mal, was du kannst.“

Das Grinsen breitete sich wieder auf seinem Gesicht aus, ließ die kleinen Grübchen auf seinen Wangen entstehen. Mit einem leisen Ploppen verschwand er. Für eine Sekunde blieb ein feiner weißer Nebel zurück, aber als er sich auflöste, erinnerte nichts mehr daran, dass Leuric jemals hier gewesen war. Es war tatsächlich beeindruckend und würde mit Sicherheit nützlich sein.

Mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich war immer noch nackt und es wurde wirklich kalt. Schließlich war es beginnender Winter auf dieser Welt.

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Das Jahr war schon vorüber, was hauptsächlich an Leuric lag. Ich hatte ihn kurz nach meiner Ankunft kennengelernt. Er war hilfsbereit, charmant und hatte mir alles gezeigt. Wir hatten uns schnell ineinander verliebt und ich hatte ihm meine Geschichte erzählt. Die wahre Geschichte, dass ich eine Weltenwanderin war. Er war sofort Feuer und Flamme, wollte alles wissen und natürlich fragte er bald, ob er mich begleiten könne. Er war hier auf dieser Welt niemandem Rechenschaft schuldig, hatte keine Verpflichtungen. Ich war zuerst skeptisch, aber je länger wir uns kannten, desto mehr wünschte auch ich mir, mit ihm zusammen weiter zu reisen. Dieser Tag war nun gekommen.

Ich zog mich an und legte als letztes den Gürtel mit dem Schwert an, das ich auf der letzten Welt als Abschiedsgeschenk bekommen hatte. Einmal durchatmend, trat ich durch die Tür in den Wohnbereich.

Leuric saß auf seinem Lager. Neben ihm lagen sein Mantel und der Rucksack mit seinen Habseligkeiten. Auf meinem Lager lagen vorbereitet mein Mantel und Rucksack. Mein Blick wanderte zwischen unseren Rucksäcken hin und her. Sie erfüllten beide ihren Zweck, konnten aber unterschiedlicher nicht aussehen. Leurics war aus Leder, und hatte oben eine Klappe mit zwei Riemen, die von zwei Schnallen am unteren Teil gehalten wurden. Auf der Rückseite befanden sich zwei einfache Lederriemen zum Tragen. Meiner hingegen war aus Polyester, rot und schwarz. Die Schultergurte waren gepolstert, er hatte einen Hüftgurt und außen waren etliche zusätzliche Riemen mit Kunststoffschnallen angebracht, die diverse Gegenstände sicherten.

Diese Welt kannte kein Plastik. Es war immer eine Gefahr, wenn man eine neue Welt betrat, dass man etwas an sich hatte, was dort nicht existierte und man sofort verdächtig war oder schlimmer, sofort eingesperrt wurde. Glücklicherweise tauchte man immer in unbewohnten Gegenden auf. Wie der Wurmlochgenerator das machte, wusste ich nicht, aber es war mir auch egal. Er funktionierte, mehr brauchte ich nicht zu wissen.

Der kleine Generator lag auf meinem Mantel. Ich steckte meinen Arm in die Schlaufe, schob das Gerät bis knapp unter die Achsel und zog die Schlaufe fest. Für das, was er zu leisten im Stande war, war der Generator erstaunlich kompakt.

Ich sah zu Leuric hinüber. Er drehte wieder an seinem Ring und wippte mit den Knien.

„Noch kannst du dich entscheiden“, sagte ich.

„Keine Chance. Wie oft im Leben bekommt man schon eine solche Möglichkeit?“

Ich nickte und hob meinen Mantel auf.

„Dann lass uns los“, sagte ich, während ich mir den Mantel überwarf.

Mit den geschulterten Rucksäcken traten wir nach draußen. Die beiden Sonnen standen tief am Himmel, gerade so hoch, dass man sie über den Bäumen des die Hütte umgebenden Waldes erkennen konnte. Mein Atem kondensierte in der kalten Luft zu kleinen Wölkchen.

Wir entfernten uns ein paar Meter von der Hütte, so dass wir ungefähr in der Mitte zwischen ihr und dem Waldrand standen.

Ich ergriff Leurics Hand und sah ihm in die Augen.

„Das ist die letzte Möglichkeit, es dir anders zu überlegen. Bist du dir sicher, dass du das tun willst? Denk daran, die Chance, diese Welt jemals wieder zu finden, ist gleich Null.“

Er nickte.

Ich sah die Aufregung in seinen Augen. Ich küsste ihn, lächelte und drückte seine Hand. Mit der anderen Hand fasste ich unter den Mantel an meinen Oberarm. Ich drückte auf den Generator und augenblicklich entstand zwei Meter vor uns die große blau-silberne Scheibe.

Leurics Augen weiteten sich. Er ließ meine Hand los, ging etwas nach vorne und betrachtete die Scheibe. Völlig geräuschlos schwebte sie aufrecht etwa eine Hand breit über dem Boden.

„Das ist einfach unglaublich. Sie ist ganz dünn.“

„Kommst du jetzt?“, fragte ich und streckte ihm meine Hand entgegen.

„Ja“, sagte er, ohne den Blick von der Scheibe zu lösen, und hielt mir ebenfalls seine Hand hin.

Ohne noch weiter zu zögern, ergriff ich seine Hand, zog ihn zu mir und trat in die Scheibe.

Augenblicklich veränderte sich unsere Umgebung. Es war dunkel. Vor uns lag ein See im silbernen Schein dreier Monde am Himmel. Am Ufer des Sees war ein Boot zu erkennen.

„Unfassbar“, stammelte Leuric und ließ meine Hand los. „Und es war genauso leicht, wie durch eine Tür zu treten.“

Ich griff wieder unter meinen Mantel und schloss das Wurmloch mit einem Druck auf den Generator.

Es war windstill und wärmer als auf der Welt, die wir soeben verlassen hatten. Dennoch stellten sich die kleinen Haare in meinem Nacken auf.

„Komm, lass uns zum See gehen“, sagte Leuric und stapfte los.

Ich lief zu ihm und packte ihn am Arm.

„Warte. Irgendwas stimmt hier nicht.“

Knackende Geräusche in unserem Rücken ließen uns herumfahren. Im Mondlicht war der Waldrand gut zu erkennen und ebenso waren es die Wesen, die aus dem Wald hervorstürmten und uns einkreisten. Sie trugen schwarze glänzende Rüstungen mit geschlossenen Helmen. Sie waren über zwei Meter groß. In ihren Händen hielten sie Gegenstände, die wie Lasergewehre aus alten Science-Fiction-Filmen aussahen.

Ich legte meine Hand auf den Knauf meines Schwertes.

Der Angreifer, der uns gegenüber stand, trat einen weiteren Schritt vor. In der Mitte seines glatten undurchsichtigen Helmvisiers bildete sich ein Spalt. Die beiden entstandenen Teile schoben sich zur Seite und gaben den Blick auf sein Gesicht frei. Es war graubraun und faltig, mit einer riesigen Nase in der Mitte.

„Trolle?“, sagte ich versehentlich laut und hob erschrocken eine Hand an die Lippen. Meine Bewegung sorgte für ein Zucken sämtlicher Gewehre in meine Richtung.

Der Troll mit dem offenen Helm grunzte etwas und wartete dann.

„Ein solches Empfangskomitee ist normal, oder?“, flüsterte Leuric neben mir.

Ich schüttelte den Kopf.

„Meinst du, dies ist ein passender Moment, um zu testen, ob ich mit dir zusammen teleportieren kann?“

Ich sah ihn flehend an, doch bevor er etwas unternehmen konnte, wurde das Kribbeln in meinem Nacken stärker. Eine halbe Sekunde später traf ein harter Schlag meinen Kopf und raubte mir das Bewusstsein.

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Mittwochchallenge mit Sonja Betke Jehle

Meine lieben Bücherfreunde,

endlich ist es soweit, heute ist Mittwoch. Ich warte schon die ganze Woche auf diesen Tag. Denn heute hat sich Sonja was ganz besonderes für Euch überlegt.

Kennt ihr schon ihre Triologie:

Vorkenntnisse müsst ihr nicht haben. Aber alle die ihre Bände schon gelesen haben. Finden die Kurzgeschichte bestimmt interessant.

1. Garten 2. Regenschirm 3. Wolken 4. Apfelkuchen 5. Trolle  6. Quietscheente 7. Zettel 8. Große Liebe 9. Verliebt 10. Andere Welt.

Charlotta

Ihre Tochter war bleich im Gesicht und es handelte sich nicht um die angeborene Blässe, auf die ihr Mann und sie immer so stolz gewesen waren, sondern um eine krankhaft aussehende graue Bleichheit, die Charlotta Angst machte. Ihrer Meinung nach mutete sich Zita viel zu viel zu, aber immer wenn sie das Gespräch mit ihrer Tochter suchte, war es, als würde sie gegen eine Wand sprechen.

Zita war nie dickköpfig gewesen, hatte nie einen eisernen Willen besessen und hatte auch noch nie wirklich für etwas hartnäckig kämpfen müssen – doch dieser Benjamin rief in ihr irgendwas hervor, von dem Charlotta sich nicht sicher war, ob sie erleichtert sein sollte, dass ihre Tochter darüber verfügte, oder ob es sie eher erschrecken sollte.

Obwohl sich Zita und Benjamin kaum kannten und noch nicht lange zusammen waren, war Zita sofort bereit gewesen, mit ihm zusammenzuziehen. Charlotta fand, dass das ein Fehler war – selbst unter den besonderen Umständen in denen sich das junge Paar befand.

Die Beziehung ihrer Tochter zu dem dunkelhäutigen Kerl hatte Charlotta eigentlich nie ernst genommen. Zita hatte zwar immer wieder betont, sie wäre verliebt und würde bei Benjamin bleiben, aber da Charlotta die Erfahrung gemacht hatte, dass sie es eigentlich immer schaffte, ihre Tochter von etwas zu überzeugen, hatte sie sich keine großen Sorgen gemacht. Sie hatte ihrem Mann immer wieder gesagt, sie sollten ihrer Tochter dieses Abenteuer lassen. Sollten es einfach zulassen und sehen, was daraus werden würde. Sie hatte sich eingeredet, trotz allem die Kontrolle über die Situation zu behalten, hatte geglaubt, sie könnte auf ihre Tochter einwirken, sobald sie bemerkt hätte, dass die Beziehung zu eng wurde.

Doch dann war alles anders gekommen, Benjamin war angeschossen worden und Charlotta musste einsehen, dass sie sich verschätzt hatte. Zita war fest entschlossen, ihrem Freund beizustehen, und Charlotta hätte sich schlecht gefühlt, jetzt noch etwas zu unternehmen. Wer kämpfte schon gerne gegen einen Behinderten? Wer nahm schon gerne jemandem die Freundin weg, der so litt und verzweifelt wirkte?

Sie selber hatte geheiratet, als sie erst 21 Jahre alt gewesen war, und hatte dementsprechend früh ihr einziges Kind bekommen. Manchmal bereute sie, dass sie nicht auch eine wilde Zeit gehabt hatte, in der sie etwas Verbotenes hätte tun können oder ihre Grenzen ausgetestet hätte.

Deswegen war sie überzeugt gewesen, ihrer Tochter könnte die Zeit mit diesem Benjamin durchaus gut tun. Charlotta hatte die Rechnung ohne das Schicksal gemacht, sonst hätte sie viel früher versucht, Zita davon zu überzeugen, dass es auch andere Männer gab. Männer, die reicher waren, der Oberschicht angehörten und besser zu ihr passten.

Zita war nicht von seiner Seite gewichen, als er wochenlang im Krankenhaus gelegen hatte, aber tat sie das wirklich aus Liebe, oder machte sie es aus Mitleid und aus Pflichtgefühl? Schämte sie sich dafür, dass sie einen hilflosen einsamen Menschen verlassen wollte, und tat es aus diesem Grund nicht?

Zumindest Charlotta wäre es so gegangen. Als sie ihn kurz vor Weihnachten einmal besucht hatte, hatte sie großes Mitleid mit ihm gehabt, gleichzeitig war ihr bewusst geworden, wie wichtig es für Zita war, sich von diesem Mann zu trennen. Durch seine schlimme Verletzung war er aufbrausend und launisch geworden. Und Zita hatte sich von seinem Leid ablenken lassen und hatte ihr Studium vernachlässigt.

Dass Charlotta keine Chance hatte, ihre Tochter von einer Trennung zu überzeugen, war ihr in dem Moment klar geworden, als sie erfahren hatte, dass die Verletzungen des jungen Mannes irreparabel waren. Sie hatte gespürt, dass ihr die Hände gebunden waren. Zita war entschlossen, bei Benjamin zu bleiben. Ob nun aus Mitleid oder doch einer geraden erwachten Sturheit heraus, wusste sie nicht, aber sie wusste, dass ihre Tochter es sehr ernst meinte. Oder war es doch echte Zuneigung und die Überzeugung bei diesem Mann ihr Glück zu finden?

Ihre Tochter war mit Benjamin zusammengezogen, weil er Hilfe benötigte. Und sie hatte begonnen, sich um ihn zu kümmern. Und hatte dabei ihr Studium noch weiter vernachlässigt. Wie konnte Charlotta das gut finden? Warum unterstützte sie das weiterhin? Das fragte ihr Mann sie ständig, aber Charlotta wusste, dass sie ihre Tochter verlieren könnte, wenn sie zu sehr darauf bestand, dass Zita auch an sich denken sollte.

Wenigstens hatten Charlotta und ihr Mann die beiden davon überzeugen können, in ein Haus in ihrer Nähe zu ziehen. Es war barrierefrei und von ihnen finanziert worden. Zita war es nicht anders gewohnt und nahm häufig Geld von ihren Eltern an, und Benjamin war so mit seiner neuen Einschränkung beschäftigt, dass er eingewilligt hatte, obwohl Charlotta vermutete, dass er normalerweise kein Geld von ihnen annehmen würde. So erhoffte Charlotta sich wenigstens ein bisschen Kontrolle über ihre Tochter zu erlangen.

»Wie geht es dir?«, fragte sie und legte ihre Hand vorsichtig auf die schmalen Schultern ihrer Tochter.

»Es geht.« Zita nickte und presste ihre Lippen fest zusammen.

Charlotta seufzte. »Wo ist er?« Sie sah sich in dem Wohnzimmer um. Normalerweise war Benjamin immer zuhause. Zwar hatte er regelmäßig Therapie, aber da er nicht alleine fahren konnte, brachte Zita ihn dorthin. Angeblich hatte sie immer ihre Bücher dabei, um so den Stoff nachzuholen, der in der Vorlesung thematisiert worden war, die sie regelmäßig verpasste, aber Charlotta war sich nicht sicher, ob sie ihrer Tochter glauben sollte.

»Im Garten.« Zita nickte zur Terrassentür des behindertengerechten Bungalows. Eine Rampe führte von der Terrasse hinunter zu der Wiese.

Charlotta ging einige Schritte nach draußen und starrte zu der Gestalt in dem Rollstuhl. Benjamin saß in einer zusammengesunkenen Haltung, die Handgelenke umklammert und in die Wolken starrend, in seinem neuen Fortbewegungsmittel, auf das er für immer angewiesen sein würde. Die Ärzte hatten kaum Hoffnung auf eine Verbesserung seiner Verletzung.

Bei seinem Anblick seufzte Charlotta, einerseits übermannte sie das Mitgefühl und die fast mütterlichen Gefühle, die sie für den jungen Mann empfand, in dem Wunsch, ihm zu helfen, andererseits empfand sie Ärger über ihn. Ärger, weil er ihre Tochter um so vieles brachte, weil er egoistisch war und sich nicht von ihr trennte, obwohl er genau wissen musste, wie sehr Zita bereit war, für ihn alles aufzugeben. Ihr Studium. Ihr altes Leben. Ihre Freunde. Vielleicht auch ihre Eltern?

Charlotta wandte sich ab und betrachtete stattdessen ihre Tochter, die sich ihre Augen in einer langsamen Bewegung rieb. Obwohl sie so wirkte, als sei ihr alles zu viel, war sie perfekt geschminkt. Und sie schaffte es auch, ihr Make-up nicht zu verwischen, als sie sich undamenhaft im Gesicht anfasste.

»Wie geht es dir?«, fragte Charlotta erneut.

Als wäre es ein Angriff gewesen, riss Zita ihren Kopf hoch. »Gut«, antwortete sie und klang dabei trotzig wie ein kleines Kind.

»Und ihm?«, fügte Charlotta hinzu. Einerseits wusste sie, dass sie fragen musste, sonst hätte Zita ihr wieder vorgeworfen, sich nicht für ihn zu interessieren, andererseits interessierte es sie wirklich. Sie hatte irgendwann im Fernseher mal ein Interview gesehen über einen jungen Mann, der es sogar geschafft hatte, trotz Querschnittlähmung in die Chefetage einer größeren Firma aufzusteigen. Vielleicht würde Benjamin es schaffen, irgendwann auch mal so gut klarzukommen. Dann wäre Zita nicht mehr so an ihn gefesselt und könnte sich von ihm befreien.

Zita schloss die Augen und schüttelte den Kopf. »Mal gut, mal schlecht. Die Situation ist nicht leicht für ihn.«

Nur schwer konnte Charlotta ihren Ärger unterdrücken. Das dauerte zu lange. Benjamin ließ sich hängen, arbeitete aus ihrer Sicht nicht genug daran, bald wieder selbstständig zu sein. Er hatte einfach nicht das Recht, nicht, wenn Zita so sehr darunter litt. »Wann geht er wieder arbeiten?«

»So weit ist er noch nicht.« Zita lief auf die Terrasse und ließ sich auf einen der Gartenstühle fallen. »Aber zum Glück wird er weiter beschäftigt. Sein Chef hat ihm versichert, dass sie Lösungen finden werden, damit er weiterhin dort arbeiten kann.«

»Es ist nicht gesund, wenn er immer nur hier rumhängt und dich …« Charlotta brach ab, weil sie befürchtete, dass diese Diskussion ausufern könnte. Ihre Tochter sah einfach nicht ein, dass Benjamin sie unfair behandelte, wenn er seine Launen an ihr ausließ. Der Meinung ihrer Tochter nach machte Benjamin Fortschritte, man müsse ihm vertrauen und daran glauben, dass er diese Herausforderung bestehen würde. Charlotta aber fand nicht, dass es so wirkte, als würde Benjamin schon bald besser damit klarkommen, dass er im Rollstuhl saß.

Das Schlimme daran war, dass sie es verstehen konnte. Ein Rollstuhl bedeutete das Ende seiner unbeschwerten Jugend, das Ende seines bisherigen freien Lebens. Es war wie eine andere Welt für ihn. Natürlich kam er nicht gut damit klar. Damit würde niemand gut klarkommen.

Aber warum Zita mit hineinziehen? Sah er das denn nicht? Bemerkte er nicht, wie kaputt Zita aussah?

Charlotta richtete ihre Aufmerksamkeit auf den Tisch und stellte gerührt fest, dass ihre Tochter gedeckt hatte, was ihr das Gefühl gab, dass Zita sich doch ein wenig über den Besuch freute, auch wenn sie so tat, als sei sie sehr genervt. Neben drei kleinen Tellern und Gläsern mit Apfelsaft und Wasser stand auf dem Tisch ein Apfelkuchen. Dieser sah zwar nicht selbstgebacken aus, sondern wie einer dieser eingefrorenen Fertigkuchen, aber die Geste freute Charlotta trotzdem.

Sie zog den Stuhl nach hinten und setzte sich ihrer Tochter gegenüber. In den Händen ihrer Tochter bemerkte sie einen Zettel, aber sie wagte nicht zu fragen, was darauf stand. Was sie zusammenzucken ließ, war die Tatsache, dass die Finger ihrer Tochter zitterten. Ihr Blick ging nach oben zu den bebenden Schultern.

»Was ist los?«, fragte sie leise.

»Ich habe eben gelernt für eine Klausur …« Zita rieb mit ihren Fingern über ihre Stirn und massierte sich anschließend die Schläfe. Ihre spitzen Fingernägel bohrten sich dabei so tief in das Fleisch, dass Charlotta befürchtete, Bluttropfen zu sehen, sobald Zita mit dieser Unart aufhören würde. Aber als Zita ihre Hände senkte, war ihre Haut weiterhin makellos. »Ich bin einfach frustriert.«

»Es ist einfach zu viel.« Charlotta nickte und beugte sich vor, um ihrer Tochter tief in die Augen zu sehen. »Du weißt, wie ehrenhaft wir es finden, dass du dich um ihn kümmerst, aber er ist dir eine zu große Belastung um das alleine tragen zu können. Lass mich dir eine Putzfrau besorgen. Und kümmere dich um einen Pflegedienst. Wenigstens solange er nicht so gut alleine klarkommt. Wenn er selbstständiger wird, könnt ihr den Pflegedienst ja wieder abbestellen.«

Zita starrte sie ungläubig an. Ihre Stirn war gerunzelt, ihre Lippen fest zusammengepresst. So fest, dass ihre hohen Wangenknochen leicht vibrierten.

»Du musst an dich denken«, appellierte Charlotta und hoffte, dass sie ihre Tochter nicht schon wieder verlor. Es kam selten vor, dass sie so offen miteinander sprechen konnten.

»Es geht nicht immer nur um Benny, Mama. Ja, er macht eine schwierige Phase durch und ja ich helfe ihm zurzeit mehr als er mir hilft, aber ob du es glaubst oder nicht, auch er ist mir eine Unterstützung. Er ist meine große Liebe.«

»Du willst mir also wirklich erzählen, du wärst nicht wegen ihm so kaputt?«, fragte Charlotta und lachte auf. Das Lachen klang gemein und sie zuckte zusammen, als ihr bewusst wurde, dass es immerhin ihre Tochter war, die sie auslachte. Nervös rieb sie mit ihren Fingern über ein Fleck auf der Tischdecke.

»Ja, genau, das will ich dir erzählen.« Zita nickte und rümpfte die Nase.

»Du tust alles für ihn«, erinnerte Charlotta.

Zita nickte. »Ich weiß. Und ich tue es gerne. Ja, es ist nicht ganz einfach, was wir gerade durchmachen, aber wir haben schon Fortschritte gemacht. Ich hasse das Studium einfach und merke, dass ich total schlecht darin bin. Ich weiß echt nicht mehr weiter. Am liebsten würde ich es hinwerfen.«

Geschockt starrte Charlotta ihre Tochter an. Sie hatte bereits zwei Studiengänge abgebrochen. »Das kann nicht dein Ernst sein.«

»Doch.« Zita verschränkte die Arme vor der Brust. »Das ist mein Ernst.«

»Und es hat nichts mit ihm zu tun? Du bist dir wirklich sicher, er saugt dir nicht die Energie aus, die du für das Studium gebrauchen könntest?« Entrüstet zeigte Charlotta zur Seite, wo Benjamin außer Hörweite immer noch mitten im Garten in seinem Rollstuhl saß. Wie unhöflich von ihm, sie nicht einmal zu begrüßen! Der Groll auf ihn kam wieder hoch und Charlotta musste sich beherrschen, Zita nicht darauf hinzuweisen, dass ihr Freund wohl keine Manieren hatte.

»Nein, es hat nichts mit ihm zu tun.« Zita klang erschöpft.

Charlotta trommelte mit ihren Fingern auf dem Tisch herum. Sie wollte nicht ungeduldig wirken, aber sie konnte gleichzeitig auch nicht ruhig bleiben. »Mach dir doch bitte nicht selbst was vor, Zita«, bat sie.

Zita schloss die Augen. Ihr Kinn war dabei vorgestreckt. Als sie die Augen wieder öffnete, schüttelte sie gleichzeitig den Kopf und wirkte unnahbar. »Es interessiert dich gar nicht wirklich, wie es mir geht, oder? Du bist überzeugt davon, dass alles mit ihm zu tun hat.« Wild zeigte sie auf Benjamin, der seinen Rollstuhl umgedreht hatte, sodass er zu ihnen sah. Vielleicht hatte er ihr lautes Gespräch doch bemerkt. »Aber das stimmt nicht. Ich komme einfach nicht klar mit dem Studium.«

»Weil er dich ablenkt«, betonte Charlotta.

»Ach, glaub doch, was du willst.« Zita verschränkte die Arme wieder vor die Brust.

Eine verloren geglaubte Erinnerung schoss durch Charlottas Kopf. Sie sah ihre Tochter vor sich als das kleine Mädchen, das sie einmal gewesen war. Sie hockte in der Badewanne inmitten eines Schaumbergs. In der kleinen Faust presste sie ihre Quietscheente. Sie schrie und strampelte mit den Beinen und machte alles um sich herum nass. Ihre Mutter, ihr Kindermädchen, sogar ihren Vater, der das ganze Theater von der Tür aus beobachtet hatte. Und alles nur, weil sie ihren Kopf hatte durchsetzen und im Wasser verbleiben wollen. Als Kind war sie trotzig gewesen, hatte ihren Kopf durchsetzen wollen und war zornig geworden, wenn sie nicht das bekam, was sie wollte. Charlotta fragte sich, ob es ein Trugschluss gewesen war, dass sie Zita das ausgetrieben hatte. Vielleicht war es in ihr verborgen gewesen und drang nun mit aller Wucht hervor.

»Du machst dir dein eigenes Bild von der Situation, ohne wirklich wissen zu wollen, was los ist. Wie es ihm geht. Wie es mir geht. Wie wir mit all dem klar werden. Du bist … voller Vorurteile«, spie Zita aus. »Du denkst, er wäre derjenige, der meine Unterstützung braucht, weil er im Rollstuhl sitzt, aber ist dir nie der Gedanke gekommen, dass auch ich nicht gut klarkomme mit meinem Leben, ganz unabhängig von den Schwierigkeiten, mit denen er klarkommen muss?«

Charlotta schwieg. Längst waren sie in einer Phase des Gesprächs, in dem sie nicht mehr miteinander kommunizieren konnten. Immer dann erschien ihr die Tochter wie eine Außerirdische, wie jemand, der eine andere Sprache sprach. Gedankenverloren ließ Charlotta ihren Blick schweifen und blieb bei Benjamin hängen, der seinen Rollstuhl über die Steinplatten steuerte. Ihr fiel auf, dass er stabiler wirkte, und seine Bewegungen flüssiger aussahen, während er mit seinen Armen den Rollstuhl an den Rädern anschob. Seine Bewegungen waren kräftig und hatten nicht mehr den Eindruck, als würde Benjamin gegen sich selber kämpfen. Nach wie vor tat er sich schwer, aber er hatte eine Leichtigkeit an sich, die sie an ihm schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Vor der Rampe holte er Anlauf und schob seinen Rollstuhl mit zwei kräftigen pumpenden Bewegungen mit den Armen nach oben. Er grinste verlegen und mied den Augenkontakt mit ihr.

»Hallo Charlotta«, sagte er steif. Er stoppte den Rollstuhl vor dem Tisch und schob dabei den Gartenstuhl nach hinten, damit er sich besser vor dem Teller positionieren konnte.

»Hallo Benjamin«, antwortete Charlotta und sah wieder zu ihrer Tochter, die auf ihrer Lippe herum biss.

»Ich glaube, wir sollten anfangen zu essen«, meinte Benjamin. »Sonst brauchen wir einen Regenschirm, die Wolken sehen so aus, als würde es bald anfangen zu regnen.«

Charlotta folgte seinem Blick in den Himmel und fröstelte bei dem Gedanken, dass es regnen könnte. Der Frühling hatte sich zwar bereits gegen den Winter durchgesetzt, aber noch war es kalt. Und wenn es anfangen würde zu regnen, würde sich das unangenehm auf der Haut anfühlen.

»Es ist ein Maulwurfshaufen«, meinte Benjamin und sah zu Zita.

»Ach?« Zita lächelte und lehnte sich zurück in eine entspanntere Pose. Ihre Hände ließ sie lässig über die Stuhllehnen baumeln. »Doch kein Bau von Trollen?«

Benjamin lachte. »Nein, nein. Ein ganz normaler Maulwurfshaufen.«

Irritiert runzelte Charlotta die Stirn. »Klärt mich jemand auf?«, fragte sie.

Zita presste erneut ihre Lippen aufeinander, antwortete aber nicht. Benjamin hob die Schultern. »Ach, der Sohn einer Freundin, Björn, hat behauptet, wir hätten Trolle im Garten. Ich habe mir die Sache mal angesehen.«

Charlotta nickte langsam.

Zitta straffte ihre Schultern. »Willst du ein Stück Kuchen, Mama?«, fragte sie und legte ihr ein Stück auf den Teller, ohne auf eine Antwort zu warten.

»Alles in Ordnung?« Benjamin lehnte sich zur Seite und berührte mit einem Finger den Oberschenkel von Zita.

Diese zögerte, dann nickte sie. Ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.

Erstaunt verfolgte Charlotta diesen kurzen Dialog. Sie fragte sich, ob Zita doch Recht gehabt hatte. Vielleicht machte Benjamin doch größere Fortschritte, als bisher angenommen, und vielleicht kamen die beiden besser klar, als es Charlotta erwartet hatte. Andererseits hatte Zita ihr schon häufiger gesagt, dass Benjamin durchaus an manchen Tagen motivierter sei, immer wieder aber in ein Loch fiel, aus dem er alleine nicht kam, weil er so gefangen war in der Verzweiflung über das, was mit ihm passiert war, als er angeschossen worden war.

War Zita mit ihm glücklich?

Charlotta betrachtete die beiden, während sie vorgab, sich auf das Essen des Kuchenstücks zu konzentrieren.

Konnte Zita wirklich mit ihm glücklich werden? Trotz der kulturellen und familiären Unterschiede? Trotz des Schicksals, das Benjamin so hart getroffen hatte? Trotz der Tatsache, dass Benjamin immer an den Rollstuhl gefesselt sein würde, und vermutlich nie wieder so selbstständig werden würde, wie er es einmal gewesen war.

War es wirklich so, dass Zita ihn zwar unterstützte, aber genauso viel Unterstützung von ihm erhielt? War er wirklich bemüht darum, zumindest wortwörtlich wieder auf die Beine zu kommen, um ihr nicht mehr länger eine Belastung zu sein? Oder ließ er sich hängen und suhlte sich lieber im Selbstmitleid und hatte heute nur einen guten Tag?

Charlotta konnte die Fragen nicht beantworten und das machte ihr Angst. Sie machte sich Sorgen um ihre Tochter. Aber sie mochte den Einfluss auch ein bisschen, den er auf sie offensichtlich hatte. Während Zita angespannt gewesen war, als sie mit ihr alleine gewesen war, wirkte sie nun gelassener. Sie blinzelte, während sie in die Sonne sah. Zwar sah sie immer noch müde aus und ihr Gesicht war nach wie vor bleich, aber ihre Körperhaltung war nicht mehr so verkrampft.

Benjamin tat ihrer Tochter offensichtlich gut.

Vielleicht war ein Mann, der ihr so gut tat, es wert, bei ihm zu bleiben, auch wenn er gerade nicht ganz für sie da sein konnte? Vielleicht … ja vielleicht wusste Zita, was sie wollte, und war bereit dafür auch Schwierigkeiten zu durchstehen.

Vielleicht liebten sich die beiden wirklich.

Testleser: Liv Modes Doreen Mösel Sabine Grote

Korrekturleser: Eike Guthard

Weitere Info´s gibt es auf der Autorenseite von Sonja: Autorenseite

 

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Mittwochchallenge mit Breonna J. Bliss

Liebe Bücherfreunde,

heute ist Mittwoch und endlich erwartet uns eine neue Story. Ich habe Breonna J. Bliss gefragt, ob sie bei der Challenge mitmachen möchte. Sie war sofort Feuer und Flamme. Was raus gekommen ist, lest bitte selbst.

Ich würde mich über Rückmeldung freuen, wie fandet ihr den Kurzroman etc..?

 

Schneesturm und Alpenglühen

 

Eine ultrakurze Kurzgeschichte von Breonna J. Bliss

Copyright by Breonna J. Bliss, Januar 2017

1029 Wörter

5581 Zeichen

 

Bergretter
Heisse Liebe
Bergluft
gondel
Schneesturm
Holz
Leuchtende Augen
Sonnenuntergang
Muffin
Rettung

 

Macht ihr das auch manchmal?

 

Ich suche mir einen schönen, ruhigen Ort, zum Beispiel eine sonnenbeschienene Bank aus Holz. Dort setze ich mich gemütlich hin. Vorher hole ich mir noch einem supercremigen Cappuccino im Coffeeshop um die Ecke und einen köstlichen Muffin oder auch zwei. Das kommt ganz darauf an, wie viel Glückshormone ich gerade brauche.

Also, auf jeden Fall sitze ich jetzt auf der Bank, lass mir die Wintersonne ins Gesicht scheinen, bestaune das herrliche Bergpanorama mit seinen schneebedeckten Gipfeln und dem wolkenlosen, dunkelblauen Himmel. Ich sauge noch einmal tief die klare, kalte Bergluft ein, bevor ich genüsslich in meinen Muffin beiße und auf sämtliche Kalorien dieser Welt pfeife. Der Muffin ist übrigens mit einer oberleckeren Himbeer-Vanille-Creme gefüllt, die an Vanilleeis mit heißen Himbeeren erinnert. Heiße Liebe heißt dieser Evergreen der Eiskreationen, wenn mich nicht alles täuscht.

Ach … heiße Liebe, ja, das wär´s jetzt, allerdings nicht die Eisvariante. Und da ich gerade so schön am Fantasieren bin, verselbstständigen sich meine Gedanken, während ich beobachte, wie sich die Gondel gemächlich ihren Weg von der Talstation zum Gipfel bahnt.

Ich schließe die Augen, genieße die Sonne und los geht´s mit den Träumereien …

 

Ich steige in die Gondel, die Kabine ist nicht voll besetzt. Nur ich bin dort, eine alte Omi – da sieht man mal wieder, dass das mit der Fantasie eine heimtückische Sache ist – und dieser süße Kerl, der natürlich optimal in mein Beuteschema passt. Man könnte sagen, er ist schlichtweg der Mann meiner Träume: groß, breitschultrig, blond, hat einen attraktiven Dreitagebart, leuchtende Augen, leuchtend blaue Augen und weizenblondes Haar, das in dicken Locken unter seiner roten Pudelmütze hervorquillt. Er lächelt mich an und zeigt mir dabei seine blendend weißen ebenmäßigen Zähne. Meine Körpertemperatur liegt nun gefühlt irgendwo zwischen Schmelz- und Siedepunkt, das weiß ich selbst nicht so genau. Aber das ist bei diesem äußerst attraktiven Mannsbild auch nicht wichtig.

Alles, was ich mir im Augenblick wünsche, ist, dass irgendetwas Unvorhergesehenen passiert, das mich in den Armen dieses prächtig-kernigen Naturburschen landen lässt. Ob die Omi neben mir dasselbe denkt? Die würde ich verdammt gern loswerden, doch leider gibt es in jedem Traum Figuren, die sich partout nicht entfernen lassen. In meinem Traum ist es eben die Omi im Nerzmantel mit leuchtend lilafarbenen Dauerwelllöckchen.

Alle meine Gedanken sind nun auf das Ereignis gerichtet, das meine Ankunft auf der Gipfelstation – sagen wir mal – verzögert. Ich pfeife sogar auf den Jagertee und das Alpenglühen im Sonnenuntergang. Während ich noch gespannt darauf warte, ob mein sehnlichster Wunsch erhört wird, eine Naturkatastrophe wäre vielleicht nicht schlecht, fängt es ganz sachte an zu schneien. Zuerst umspielen nur ein paar Flocken die Gondel, dann folgt plötzlich ein heftiger Windstoß, der einen ausgewachsenen Schneesturm ankündigt. Der Wind heult um die Gondel und lässt sie bedrohlich hin und her schwanken. Eigentlich müsste es der Omi übel werden, denke ich mir so, aber weit gefehlt, die Omi grinst mich mit einem Das-denkst-du-dir-eh-bloß-alles -aus-Blick an.

Könnte bitte mal jemand die Omi aus meinem Traum entfernen? Die Omi lächelt mich erneut an und mir wird klar, sie ist keine Seifenblase, die plötzlich zerplatzt, die bleibt.

Die Gondel ruckt heftig. Ich verliere den Halt und … perfektes Timing … ich lande direkt in zwei starken Armen. Eigentlich müssten jetzt Unmengen an Adrenalin durch meine Adern jagen und mich auf eine unmittelbar bevorstehende Panikattacke vorbereiten. Aber nichts da, ich bin völlig ruhig, denn ich lehne an der muskulösen Schulter meines Retters. Und dass er meine Rettung ist, steht ohnehin nicht zur Debatte. Es gibt noch einen Ruck, dann stoppt die Gondel endgültig. Ich kann den Boden nicht erkennen, da das Schneetreiben mittlerweile so dicht ist, dass die Sichtweite kaum mehr als zwei Meter beträgt.

»Sollen wir die Bergwacht rufen?«, frage ich und schaue diesem Bild von einem Mann schmachtend in die Augen.

»Ich bin Bergretter und habe alles dabei, was wir brauchen«, antwortet er mit einer unheimlich männlichen Stimme, die mir sofort das Blut in den Adern gefrieren lässt, während mir plötzlich an diversen anderen Stellen ganz heiß wird. Bestimmt befindet sich in seinem Rucksack ein aufblasbarer Schlitten, mit dem wir – er und ich – in wenigen Sekunden den Hang hinabjagen, um uns in einer einsamen Berghütte vor dem Unwetter in Sicherheit zu bringen. Dort brennt bereits ein Feuer im Kamin, das Holz knistert und es ist so höllisch heiß, dass wir und umgehend ausziehen müssen. Komplett ausziehen versteht sich und dann … vielleicht doch eine Runde heiße Liebe.

Während meine Gedanken noch so vor sich hin schweifen, macht sich der tolle Typ an unsere Rettung. Er kramt in seinem Rucksack und holt eine kleine Kiste mit Spezialwerkzeug heraus.

Er öffnet die Gondeltür, sofort fegt ein eisiger Windstoß eine Ladung Schnee in die Kabine. Die Omi schlägt den Kragen ihres Nerzmantels hoch, derweil mich die Frage beschäftigt, ob es tatsächlich aufblasbare Rettungsschlitten gibt, oder ob mir meine Fantasie gerade einen verdammt üblen Streich spielt.

Ich strecke meinem Retter in einer theatralischen Geste die Hand entgegen und höre ihn im selben Moment sagen: »Kommen S´, gnädige Frau, ich helfe Ihnen beim Aussteigen.«

Er hilft der Omi beim Aussteigen?!

»He, was wird aus mir?«, rufe ich, während er lässig die Omi aus der Gondel hebt.

Dann dreht er sich lächelnd zu mir um und nimmt die Hand, die ich ihm immer noch entgegenstrecke.

Ich mache mich für den Sprung in die Tiefe bereit … Erstaunlicherweise falle ich erneut in die Arme meines Bergetters, denn anstelle eines Sturzes in einen bodenlosen Abgrund, stolpere ich über eine Stufe.

»Willkommen auf der Gipfelstation«, sagt der kernige Typ mit leuchtenden Augen. »Darf ich dich zu einem Jagertee einladen?«

 

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schlage ich die Augen auf und gehe hinüber zur Talstation. Ich kaufe ein Ticket und steige in die Gondel. Zwischenzeitlich hat sich ein leichter Wolkenschleier vor die Sonne gelegt und über den Gipfeln zeigen sich vereinzelte dunkle Wolken. Eine ältere Frau in einem grauen Pelzmantel nimmt neben mir Platz. Und kurz vor der Abfahrt steigt auch noch ein Mann ein. Er ist groß, breitschultrig und unter seine Mütze lugen ein paar blonde Locken hervor …

 

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Mittwochschallenge mit Alexandra Richter

Meine lieben Bücherfreunde,

es ist Mittwoch und heute darf ich euch sagen, dass Alexandra Richter sich gewagt hat bei der Challenge mit zu machen. Ich freue mich sehr, denn die Autorin ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Kennt ihr den Roman Schokoweiss ? Wenn nicht, die Autorin verschenkt ein Exemplar, also seit schnell und kommentiert mit Hier!

10 Wörter die ich vorgebe, müssen im Text vorkommen

  • Bergretter😝
  • Liebe
  • Wolke
  • Gondel
  • Schneesturm
  • Holzhütte
  • Kochen
  • Stromausfall
  • Feuerwerk
  • Erotische Gefühle

Die Einladung

von Alex Richter

Ihr Daumen drückte ununterbrochen den Knopf der Fernbedienung. Bei aller Liebe, am Freitagabend sollte doch irgendwo ein anständiger Film laufen, dachte sie und zog die Sofadecke höher. Kein Sender spuckte auch nur einen fesselnden Film aus.

Frust und Langeweile krochen wie eine Katze unter die Decke, an ihren Beinen hoch. Sie konnte eine Zigarette rauchen gehen oder in der Küche nach einem winzigen Snack suchen. Der wird sie ablenken, sie beruhigen, die Zeit totschlagen.

Sie schob die Fernbedienung auf den Couchtisch vor der Couch. Diese gesellte sich zu einer Einladungskarte, die, wie eine beschissene Rechnung, Sodbrennen auslöste. Perfektes Timing, gerade noch die Werbepause erwischt.

Weiße Tauben gurrten Glück verheißend. Seit Stunden ist ihre Laune auf den Gefrierpunkt gerutscht. Ihr Chef (zweimal erfolgreich geschieden) und ihre ehemalige Klassenkameradin á la Barbie-Plasikhit Verkaufsschlager, geben sich im Wonnemonat Mai das Ja-Wort. Kaum zu glauben, Fräulein Barbie kommt unter die Haube! Sie hatte schon in der Schulzeit ihre Augen nur für die Lehrer geschminkt. Das clevere Blondchen klimperte einmal mit ihren Wasseräuglein und schwupps erfüllte sich ihre Bitte.

Mit knurrendem Magen waltze sie die paar Schritte zum Kühlschrank. Ihre Gelenke taten weh. „Tam, tam, tamtam“ zwitscherte dazu Bartholdy`s Hochzeitsmarsch-Melodie. Noch drei Monate.

Nein, sie brauchte nicht den Lichtschalter für die Küche anschalten. Denn das Licht in ihrem Kühlschrank (er war groß wie ein Schrank) strahlte die Küche aus. Wie zum Geier schaffte Barbie`s Luftmatratzenmund/ Erbsenhirn diese Heirat? Die beiden kennen sich doch erst seit zwei Monaten. Aber ich spielte mit seinen Eiern vor dir und ich hole sie mir bis Ostern zurück. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ein naives Engelchen gegen Satan, dachte sie und deutete mit ihren Armen ein Flügelschlagen des sterbenden Schwan`s an. Ihr Lächeln verzog sich zu einer Fratze, sie glich einem Halloweenkürbis.

Mit einem Ohr hörte sie die Werbepause, eine Frau stöhnte bereits zügellos auf, als sie einen Schokoladenpudding öffnete. Fünfundzwanzig Jahre Altersunterschied. Geld macht sexy. Und nur das zählte für Fräulein Arsch-und-Titten-Glanzwerk. Ihre Nägel waren länger als die, die man im Baumarkt bekam.

Eine Wolke gesunder Ernährung schwappte ihr entgegen.

Zucchini, Karotten, Rettich, Porree, Salatgurken. Dahinter Maiskölbchen und Spargel in Gläsern.

Die Schublade mit dem verwaisten Schokoladenpuddingpulver war ganz bestimmt leer. Ganz bestimmt. Bei ihrem selbst verordneten Diätplan (ab heute), kamen keinerlei erotischen Gefühle auf. Oder doch? Diese gewaltige Karotte, groß wie eine Gurke, erinnerte sie an Herrn Gondel`s Lustwurzel. Bis Mai, mußte sie drei, vier oder fünf Kleidergrößen, abnehmen. Dann wird er auch sie mit anderen Augen sehen.

Am Abend der Betriebsweihnachtsfeier, während des Stromausfalls, störte ihn ihre Leibesfülle für einen Ouickie nicht. Im stehenden Fahrstuhl sollte sie ihm richtig versaute Sachen sagen. Das mußte er ihr nicht dreimal sagen. Er grunzte dabei wie ein Eber. Davor hatte sie ein Gespräch belauscht und die Fetzen wie Stellenabbau, Fettwänste sind kein gutes Aushängeschild, aufgeschnappt. Dazu stöhne sie fast drei Jahre als tabulose Chantale, in die Hörmuschel einer Sex Hotline. Dieser Dirty-Talk wird ihre Schiffsreise finanzieren.

In dieser viertel Stunde nannte der Eber sie gefühlte hundert Mal „mein Täubchen“. Er stand am Anfang wahrhafter Liebe, das spürte sie. Natürlich sollte ihre Liebe noch geheim bleiben. Bis Tags drauf Fräulein Barbie Neunmalklug-Muster in die Firma tänzelte. Der Eber triefte vor sabberndem Schleim. „Wie konnte ich so blöd sein und die Zeichen nicht erkennen?“ fragte sie den Kühlschrank.

„Ganz einfach“, antwortete das Stillleben mit Gemüse „Du gehst ins Fitness Studio.“

Das werde ich ganz bestimmt nicht tun. Die Sportskanonen werden den Tierschutz anrufen weil eine unbestimmte Nilpferdart sich verirrte. Abends legt der Eber sich zu einer Göttin und erwacht morgens neben einer Kröte.

Kochen oder lieber Möhrchen knabbern? Zähneknirschend stieß sie die Tür zu. Ihr Hunger war unerträglich, wie der von einem Serienmörder auf der Flucht.

Das schokovernaschende Model hauchte Bergretter, den Herstellernamen, wie man nur den Namen des Liebhabers in einer durchgetriebenen Sexnacht nannte. „Ich sollte in der Werbung anfangen“ sagte sie zu dem Gemüse, „die Zuschauer würden ein Feuerwerk auf ihre Ohren bekommen.“

Wer will schon den Nachnamen „Von Gondel“ tagen?

„Isch, mon Cherie“ fauchte sie in französischem Dialekt die Zuckerdose an. „Isch werde Madame von Gondel!“

Mit ein, zwei Handgriffen stand der Topf mit Milch auf dem Herd.

Um den heißen Puddingtopf ein Wischtuch gewickelt, balancierte sie auf das Sofa zu. Fast ein Zentner Lebendgewicht plumpste nieder.

Danach stöhnte sie bei jedem Happen auf, immerhin war es ihre Henkersmahlzeit bevor sie ihren Plan begann.

Schon den Topf mit den Fingern ausleckend, verschlug es Madame die Sprache.

„Der Schneesturm Wiebke erreichte weite Teile Deutschlands…..“, weiter kam der Nachrichtensprecher nicht (im Hintergrund stand fett Donnerstag, 2.Februar), denn plötzlich fiel das TV Bild zusammen und es blieb schwarz wie in einem Taubenarsch.

Nicht über den Schneesturm, sondern über das Datum wunderte sie sich. Heute ist erst Donnerstag, ihr war den ganzen Tag eher wie Freitag. Wahrscheinlich wart hier etwas Übermächtiges am Werk, welches sie zu ihrem Glück zwang. Entschlossen ging sie sich umziehen, dreiunddreißig Tagen Verspätung begann sie ihre guten Vorsätze. Hallelujah.

Die schwere Tür der Holzhütte fiel ins Schloss als sie auf die Straße trat. Ihr Gesicht strahlte wie der Vollmond. Mit ihren nagelneuen Laufschuhen lief sie ihrer Heirat entgegen. In Kürze stieß sie auf Wiebke.

Ende 

  

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Mittwochchallenge mit Jetty Joy

Meine lieben Bücherfreunde

heute kommt der zweite Teil von der erotischen Story Bergretter
…..Teil 1 über Facebook

 
Oh, daran hatte ich jetzt nicht unbedingt gedacht, aber die Idee ist nicht schlecht. Sabia pirscht sich von hinten an Alex heran und greift nach einem Stück Apfelkuchen aus der Box. Dabei berührt sie seinen Unterarm und spürt ein Prickeln auf der Haut, als hätte sie sich an ihm verbrannt. 

Das ist nicht zwingend nötig, ich wäre auch ohne Alkohol Rausch durchaus nicht abgeneigt, gibt Sabia mit leiser Stimme zu und spürt eine unglaubliche Lust in sich aufsteigen. Er dreht sich zu ihr um und sieht sie überrascht an. 

Tatsächlich? Mit der einen Hand zerrt er den Reißverschluss seiner grünen Jacke nach unten, mit der anderen reißt er sich die Mütze vom Kopf und schüttelt sich kurz. Was darunter zum Vorschein kommt verschlägt Sabia für einen Moment die Sprache. 

Puh, mit deiner entwaffnenden Direktheit bringst du mich jetzt ganz schön ins Schwitzen,  meint er und lässt Jacke, sowie Mütze achtlos auf den Boden fallen. 

Sabia starrt derweil seine wunderschön gewellten dunklen Haare an, die an den Look eines coolen Surfer Boys erinnern. Meine Güte, er sieht zum Anbeißen aus. 

Sie schluckt, als er näher an sie herantritt. Ähm, eine Frage hätte ich da allerdings noch. Nur in Jeans und Pulli steht er dicht vor ihr, fährt mit den Fingerspitzen kaum spürbar durch ihre langen blonden Haare, streichelt danach sanft über ihre Wange und beendet die Tour auf ihren Lippen, die er zärtlich umrundet. 

Wärst du unter Umständen auch an einer längeren Beziehung interessiert? Er legt den Kopf schief und blinzelt sie durchtrieben an. 

Sabia weiß im ersten Moment nichts zu erwidern. Eine mörderische Hitze breitet sich in ihrem Unterleib aus, und das Kribbeln zwischen ihren Beinen gleicht einem reißenden Strom, der sich nach der Schneeschmelze durch die Berge schlängelt. Sie hat das Gefühl innerlich zu verglühen. Insgeheim wünscht sie sich, er möge ihr die letzten Klamotten vom Leib reißen und endlich über sie herfallen.  

Prinzipiell schon, aber Weiter kommt sie nicht, denn zwischenzeitlich hat er seine Hand in ihren Nacken gelegt und sie näher an sich gezogen. Sie reckt sich ihm entgegen, er überragt sie um mindestens zwei Kopflängen. Mit einem Blitzen in den Augen kommt er ihr entgegen, und als sie seine vollen Lippen auf ihren spürt, gleicht es einem Stromstoß. 

Mit sanftem Druck erbittet er Einlass, dem sie nur zu gerne nachkommt. Sie öffnet ihre Lippen leicht, so dass seine Zunge ihre trifft, sie leicht berührt und mit ihr spielen kann. Dafür, dass hier ein Quickie, nichts weiter als eine heiße Affäre ihren Anfang nimmt, küsst er unbarmherzig gefühlvoll, unübertroffen gut.  

Sabia lässt sich fallen, genießt seinen sinnlichen Kuss und ihr ist vollkommen egal, ob sie ihn eben erst kennengelernt hat. Einen solchen Traumtypen darf man sich einfach nicht entgehen lassen, sagt ihre Intuition. Anderenfalls würde sie dieser Gelegenheit mit Sicherheit noch hinterhertrauern, wenn sie achtzig ist. 

Der Kuss bringt ungeahnte Empfindungen in ihr zum Vorschein, sie stöhnt leicht, woraufhin er mit einem Blick, der ihr eine Gänsehaut den Nacken hinauftreibt, diese Knutscherei vorerst beendet.  

Alles okay, fragt er mit einem Lächeln. Sabia nickt und fühlt sich beduselt, als hätte sie die halbe Flasche Kirschlikör alleine geleert. 

Darf ich? Er deutet mit den Augen auf ihr Shirt. Sie hilft mit und steht Sekunden später nur im BH vor ihm. Er fährt die Konturen ihrer Brüste nach und seine Brauen hüpfen vor Verzückung nach oben Richtung Haaransatz. 

Die sind perfekt, wunderschön. Sabia sieht an sich hinunter und grinst ihn an, denn auch sie hält ihre Brüste für einen Geniestreich der Natur. Ihre Rundungen wölben sich ihm entgegen, quellen aus der schwarzen Spitze des BHs hervor. Er kann seinen Blick kaum von dem C- Cup warmer, weicher Frauenhaut  abwenden.  

Als ich dich das erste Mal unten an der der Liftstation sah, dachte ich   wow, als du mich dann angelächelt hast, dachte ich  wow  wow  und jetzt, wo du hier so vor mir stehst, in deinem sexy BH, da denke ich drei Mal Wow!  

Du denkst zu viel, sagt sie, greift seine Hand und zieht ihn Richtung Kamin zur Couch. 

Okay, sagt er gedehnt, ich dachte Frauen stehen auf Komplimente? Sabia drückt ihn resolut auf die Sitzfläche des braunen Leder Dreisitzers und hockt sich rittlings auf seinen Schoß.  

Tun sie auch, aber dazu ist später auch noch Zeit, erwidert sie lächelnd. Nimm die Arme hoch, befiehlt sie. Ein wenig überrumpelt gehorcht er, woraufhin sie ihm den Pulli mitsamt T-Shirt schwungvoll über den Kopf zieht und treffsicher auf den gegenüberstehenden Sessel feuert. 

Holla, sagt Alex feststellend, da hat aber jemand Temperament. Ui, das gefällt mir!  In seinen braunen Augen glimmt Leidenschaft auf, beinahe so heiß wie die Glut im Kamin. 

Okay, ich hab verstanden. Ich weiß was du willst, Lady, raunt er in freudiger Erwartungshaltung, und klickt gekonnt den Verschluss des BHs in ihrem Rücken auf. 

Na endlich, entgegnet Sabia kichernd und streift die Träger über ihre Schultern. Ebenso treffsicher wie sie zuvor, wirft jetzt Alex ihren BH auf den Sessel.  

Sein muskulöser, gut gebräunter Oberkörper, sowie sein ungemein trainierter Bauch lassen ihr den Atem stocken. 

Die Zwei sind einfach atemberaubend, haucht er, den Blick auf ihre Brüste gerichtet.  

Sag mal, leidest du an einer Art Busenfetisch, oder sowas?, will Sabia lachend wissen und durchwuschelt dabei seine Locken, so dass er noch verwegener aussieht.  Sie mag seinen wilden Look. 

Dein Oberkörper ist auch nicht von schlechten Eltern, raunt sie ihm zu. Im Schein des Kaminfeuers wirken seine Glutaugen, wie auch sein äußerst männlicher Dreitagebart absolut sexy und sie kann nicht umhin ihn fasziniert anzustarren. 

Scheinbar, seit eben!, gibt er ein wenig kleinlaut zu und wirkt dabei so niedlich, dass sie nicht anders kann, als ihm zu verstehen zu geben, dass er gerne an ihren Brüsten saugen darf, wenn er denn möchte. Und er will. Und wie er will. 

Eine gewaltige Explosion der unterschiedlichsten Empfindungen explodiert in ihrem Innern, während er begierig an ihren Nippeln saugt, bis sie hart sind wie die gefrorenen Knospen einer Magnolie, die ungeduldig bis zum nächsten Frühling warten, um sich entfalten zu können. 

Sabia stöhnt leicht auf, verlagert ihr Gewicht nach hinten, so dass er ihren Bauch abknutschen kann. Sie spürt die Schwellung in seiner Hose unter sich und klettert von seinem Schoß, um ihm hilfsbereit zur Hand zu gehen, während er sich hektisch aus seiner Jeans quält. Ganz uneigennützig und mit einem gewaltigen Ruck reißt er ihr anschließend die Leggins runter und grinst sie bestechend an. Sie klettert lachend heraus, und hilft ihm die verbliebenen Kleidungsstücke, wie Socken und Boxershorts, loszuwerden. 

Splitternackt stehen sie sich schließlich gegenüber und betrachten sich ergriffen. 

Darf ich dir jetzt ein Kompliment machen, fragt er mit einem Augenaufschlag, der ihr jeglichen Widerspruch im Halse stecken bleiben lässt. Sie nickt nur und betrachtet seinen unglaublich gutgebauten Körper, seinen stählernen Bauch, bis ihr Blick an seinem harten Schwanz hängen bleibt, der wie eine Lanze in ihre Richtung sticht. Sie kann es kaum erwarten ihn in sich zu spüren. 

Du bist wunderschön, flüstert er. 

Du auch, flüstert sie zurück und umschlingt seinen Nacken, um ihn abzuknutschen. Er küsst zurück und ihre Zungen spielen miteinander, bis die Lust überhandnimmt und das Küssen nicht mehr ausreicht. 

Er drückt ihre Schenkel leicht auseinander. Sie spürt den Saft der Erregung in einem Schwall aus sich herausfließen, und an ihrem Innenschenkel entlang laufen. Er lächelt. Seine Augen senden Signale aus, die sie fast durchdrehen lassen. Verdammt, ich will ihn, denkt sie gerade, als er sie an den Schultern herumdreht, sanft nach vorn, Richtung Couch drückt und mit einer Hand ihren Hintern in Position bringt, während sich die andere auf ihre rechte Brust legt.

Schneller als erwartet dringt er in sie ein, sodass Sabia stöhnend nach Luft schnappt, und sich an der Couch festkrallt. Seine Stöße, voller Begierde und Leidenschaft, lassen ihren Atem für einen Moment aussetzen. Sie fühlt sich vollkommen ausgefüllt, es kann nichts Schöneres geben auf Erden.

Nach einer Weile lässt er von ihr ab, dreht sie wie einen Kreisel in seine Richtung, legt beide Hände auf ihren wohlgeformten Po und blinzelt sie verführerisch an. 

Wie wäre es mit Kuh Fell, fragt er und zwinkert ihr zu. Sie springt an ihm hoch, er fängt ihre Beine auf und trägt sie zum Kamin. 

Langsam lässt er sich mit ihr auf dem Fell nieder. Sie liegt auf dem Rücken, die Beine leicht gespreizt und sieht dabei zu, wie er ihre Brüste und ihren Bauch mit unzähligen Küssen übersät. Derweil greift sie in seinen Schritt und massiert seinen Penis, bis Alex stöhnend die Position verändert und sich auf sie legt.          

Sein Schwanz pulsiert in ihr. Er ächzt, und als wolle er es hinauszögern,  zieht er ihn heraus und reibt mit der Eichel über ihre Klitoris. Kurzzeitig bleibt ihr vor Erregung die Luft weg. Ihr Kitzler sendet Impulse aus, die durch ihren Körper jagen und sie beinah zum Schreien animieren. Er lässt ihn wieder hineingleiten, stößt zu, härter als zuvor, dreht sie halb auf die Seite und presst ihre Schenkel zusammen, um mehr Wiederstand zu spüren. Sein Finger reibt ihre Spalte, die nasser nicht sein könnte. Ein schmatzendes Geräusch veranlasst ihn seine Hand schneller auf und ab zu bewegen. Sie krallt ihre Finger in das Kuh Fell, kann ein lustvolles Kreischen nicht unterdrücken.  

Kurz öffnet sie die Augen, sieht im Takt seiner rhythmischen Stöße ihre Brüste auf und ab wippen. Sie presst die Arme dicht an ihre Flanken, so dass ihre Wölbungen noch besser zur Geltung kommen. Sabia ist sich sicher, darauf steht er, und es macht ihn bestimmt wahnsinnig ihre weiblichen Rundungen hüpfend vor sich zu sehen.  

Ihr ist heiß, ihr Atem besteht nur noch aus kurzen aneinandergereihten Schnaufgeräuschen. Sie reißt kurz den Mund auf, um nicht zu ersticken, was ihn animiert ihn sofort mit seinen Lippen zu verschließen. Sabia fühlt seine Zunge in ihrer Mundhöhle, streckt ihm ihre entgegen und dieser Kuss raubt ihr die letzten vorhandenen Sinne. Seine Bewegungen, sein Feuer sorgen für einen Schweißausbruch sondergleichen. 

Sie stöhnt laut auf, was ihn veranlasst noch tiefer in sie einzudringen. Voller Lust krallt sie ihre Fingernägel in seinen Hintern, drückt ihn fester an sich. Das Gefühl sein hartes erigiertes Glied in sich zu spüren, übertrifft alles bisher Dagewesene. 

Meine Güte, es macht solchen Spaß dich zu lieben, stöhnt er mit einem Mal, aber lange halte ich das nicht mehr durch! 

Ich auch nicht, wimmert Sabia und stößt ihn mit sanfter Gewalt von sich runter. Der Schweiß rinnt von seinem Kinn, tropft auf das Fell. 

Vollkommen kurzatmig legt er sich auf den Rücken und fährt sich mit der Hand über die Stirn. Jesses, eine solch heiße Nacht hatte ich lange nicht mehr, japst er. 

Wieso hatte? Sie ist lange nicht vorbei, meint Sabia, klettert auf seinen Schoß und lässt seine noch immer harte Lanze erneut in sich hinein gleiten.  

Uuuhh, seufzt er bitte Sabia, versprich mir etwas. 

Alles, wispert sie in sein Ohr, während sie an seinem Ohrläppchen knabbert und ihr Becken langsam auf und nieder bewegt. 

Lass das hier keinen One-night-stand sein, okay? Ich habe mich unsterblich in dich verliebt. Du bist meine Traumfrau, säuselt er in ihre Haare. 

Natürlich ist das mit uns keine Sache für eine Nacht, merkst du das denn nicht?   

Ende

Veröffentlicht in mittwoch challenge

Mittwochchallenge mit Jetty Joy

Meine lieben Bücherfreunde,

ich habe für euch, eine tolle Autorin einfangen können, die an der tollen Challenge mitwirkt. Sie war sofort Feuer und Flamme, ihre Kurzgeschichte ist lang. Deswegen gibt es eine Fortsetzung. 

10 Wörter müssen in der Geschichte vorkommen, Genre egal. Nun genießt es. 

1.Bergretter 2.Heiße Liebe 3.Bergluft 4. Gondel 5. Schneesturm 6.Holz 7.Apfelkuchen 8.Lieben 9.Wolken 10.Erotische Gefühle  
                                           Der Bergretter                                         

                                             von Jetty Joy 
So ein verdammter Mist, denkt Sabia, und wühlt hektisch ihre Armbanduhr unter der Skifahrermontur hervor. Drei Lagen Wäsche, bestehend aus Unterhemd, Shirt, Pulli, Fleece Pullover und Ski Jacke. Eine Strafe, in dieser Kluft aufs Klo zu müssen, und wenig verwunderlich, wenn andere nicht auf einen warten wollen, weil die Aus und Anzieherei so ewig lange dauert.  

Die Schneeflocken versperren ihr die Sicht und der Nebel der aufgezogen ist, sowie das blendende Weiß um sie herum, lassen die Zuckerwatten Hügel noch schemenhafter erscheinen. 

Muss denn gerade jetzt so ein verdammter Schneesturm einsetzen? Die Eiskristalle prasseln auf sie nieder und umhüllen ihre kalte Nase, um direkt darunter auf ihrem Schal zu landen, und letztlich getaut im Innern des Kragens zu landen. Brrrr. 

All das trägt einen nicht verachtenswerten Teil zu ihrer miesen Laune bei. Da rettet auch die gute Bergluft nichts mehr. Die Schneebrille ist auch vollkommen beschlagen und sie erkennt so gut wie nichts mehr. Nebenbei spürt sie ihre gefrosteten Zehen kaum noch in diesen engen Skistiefeln.

Dieser blöde Typ, denkt sie verärgert und stellt fest, dass sich ihr Handy aus Gründen chronischen Akkumangels abgeschaltet hat. Na prima, nun kann sie diesen Idioten nicht mal erreichen. Gleich schließt der Lift und der Blödmann von Gruppenführer, der ihr von Anfang an unsympathisch war, sitzt mit dem Rest der Truppe oben in der warmen Hütte und wartet auf sie. 

Soll sie einfach hier unten bleiben, oder mit der letzten Gondel nochmal hochfahren? Nachher machen die sich noch Sorgen, denn per Handy ist sie ja nun auch nicht mehr erreichbar. Also gut, Skistöcke gegriffen, Rucksack geschultert und auf gehts. 

Schon beim Besteigen der Gondel fällt ihr dieser süße Typ auf, der den Leuten beim Einsteigen assistiert und den weniger geschickten hilft, die Ski in die vorgesehenen Boxen außerhalb der Gondel zu verfrachten. Wow, was ein heißer Typ. Dunkle Haarzipfel ragen unter seiner Mütze hervor. Seine braunen Augen, umgeben von süßen Lachfältchen, die in einem perfekt gebräunten, und männlich markantem Gesicht stecken, mustern sie einen Moment zu lange, bevor er seine Lippen zu einem Lächeln verzieht. Herrjeh, diese Lippen, könnten voller und kusseinladender kaum sein. Und seine Zähne nicht ebenmäßiger und weißer. 

Sabia schluckt und ihr wird bewusst, dass sie ihn anstarrt. Wie peinlich!

Hey, junge Dame, wo hast du denn deinen Begleiter von vorhin gelassen?, fragt er mit einem schelmischen Grinsen und gefällt Sabia, dadurch, dass er sie einfach duzt, nur noch besser. Na sowas, sie war ihm also vorhin schon aufgefallen, stellt sie mit leichtem inneren Tumult fest. 

Sie wuchtet ihre Ski in die Box und er greift hilfreich dazwischen. Mit einem Lächeln in seine Richtung verdreht Sabia die Augen und muss der Gondel im Laufschritt folgen, da die kein Erbarmen zeigt und keinerlei Anstalten macht zu stoppen, damit sie sich ausgedehnt mit diesem sagenhaft gutaussehenden Kerl unterhalten kann.  

Von wegen mein Begleiter. Der doofe Typ hat nicht mal auf mich gewartet während ich auf dem Klo war, und hat mir netterweise nur ausrichten lassen, dass er mit der Gruppe oben in der Almdudler Hütte wartet. Der kann was erleben.., ruft sie im Laufschritt und muss der Gondel regelrecht hinterherjagen, um noch rechtzeitig einsteigen zu können. 

Ich bin Alex, und du weißt schon, dass dies die letzte Fahrt für heute ist und der Schneesturm heftiger wird, oder?, ruft ihr der nette Typ noch hinterher.  

Sabia hebt ihre behandschuhte Hand zum Gruß und ärgert sich, nicht doch unten geblieben zu sein. So könnte sie diesen Alex noch eine Weile bei der Arbeit beobachten, und ihn derweil mit schmachtenden Blicken bedenken.  

Nach einem Blick aus der Kabine der Gondel ärgert sie sich noch mehr. Draußen wütet ein wahnsinniges Schneetreiben und oben auf dem Gipfel wird man die Hand vor Augen nicht mehr erkennen können. Na prima, sollten diese Idioten nun nicht auf sie gewartet haben, müsste sie die Abfahrt alleine meistern, noch dazu halb blind. Dazu hat sie echt keine gesteigerte Lust. 

Wütend trommelt sie gegen die Scheibe und verflucht mit einem Mal diese Gruppentour. Wäre sie doch bloß heute Morgen alleine losgezogen, dann säße sie längst in der Seilbahn nach unten, Richtung Tal. 

Mit einem Mal bleibt die Gondel abrupt stehen und schaukelt wild im Wind hin und her. Sabia ist allein, denn um diese Zeit und bei diesem Wetter fährt niemand mehr hinauf. Nur sie, natürlich  was für eine dämliche Idee. Krampfhaft hält sie sich am Sitz fest und hat mit einem Mal Schiss abzustürzen. Was ein verrückter Gedanke. 

Eine Durchsage ertönt aus dem Lautsprecher. Erst beim zweiten Anlauf kann sie diesen komischen Dialekt verstehen.  

Alle Gäste, die sich noch im Skigebiet aufhalten, werden aufgrund des ansteigenden Sturmtiefs gebeten eine der Hütten aufzusuchen, und sich die nächste Zeit dort aufzuhalten. Na klasse. Sabias Magen knurrt, sie hat nur fünf Euro dabei und in ihrer Pension wartet eine heiße Badewanne, die Sauna und das Abendbuffet, das sie nun auch noch verpassen wird. 

Was ein beschissener Tag.

Nach einer Weile setzt sich die Gondel wieder in Bewegung. War vermutlich wieder so ein Profi, der die Sache mit dem Einsteigen nicht hinbekommen hat, wie immer. Hätte sie sich doch eben auch mal so dämlich angestellt, dann hätte der nette Alex ihr helfen müssen, und die Gondel hätte ihretwegen auch einen Not Stopp eingelegt. 

Besser nicht, wie peinlich ist das denn?  

Oben angekommen schlägt ihr ein eisiger Wind ins Gesicht und treibt die Schneeflocken wie hektische Krümel in ihre Nase und die Augen. Schnell setzt sie die Schneebrille auf, steigt in die Skibindung und fährt gesenkten Hauptes bis zur Almdudler Hütte. 

Laute Partymusik begrüßt sie und Sabia fragt sich insgeheim, wie sie dort ihre Truppe wiederfinden soll. Die Bude ist gerammelt voll und erinnert an einen öffentlichen Bus zur Rushhour, der die Türen kaum noch schließen kann. Na super. Sie seufzt, rammt ihre Ski in die eisige Schneeschicht und geht auf die Tür zu.  

Hey, geh da nicht rein, ich hab da eine bessere Idee, sagt jemand hinter ihr. Sabia dreht sich erstaunt um und blickt in Alex breit grinsendes Gesicht. Sogar seine Augen grinsen mit, kleine Fältchen bilden sich drum zu und ein schelmisches Blitzen ist im Braun seiner Iris zu erkennen.

Wo kommst denn du so schnell her, du warst doch eben noch unten beim Arbeiten, wundert sie sich und starrt ihn überrascht an. Er trägt eine froschgrüne Jacke und ein ähnlich poppig gefärbtes Snowboard unterm Arm. Auf seiner schwarzen Mütze hat sich inzwischen ein Häufchen Schnee angesammelt. Er wirkt wie der Traumtyp, entsprungen aus einem coolen Teenie Abenteuer Schnee Movie. Wie alt mag er sein? 

Klar, hab mir aber Sorgen um dich gemacht, so allein hier oben und da habe ich schnell um Ablösung gebeten, mir mein Snowboard geschnappt und bin dir hinterher. Weißt du, ist echt gefährlich hier oben im Schneesturm. Ich begleite dich besser. 

Ein Bergretter, ganz für mich allein, wie komme ich denn zu der Ehre? Sabia kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Die Berge sind mein zuhause, ich kenne mich hier aus und weiß, dass dieser Sturm nicht ohne ist. Außerdem sehe ich es als meine Pflicht als Bergretter an dich zu  ähm  retten, sagt er und wirkt lange nicht mehr so taff wie unten am Lift. Sogar ein wenig schüchtern, findet Sabia. 

So-so, du siehst es also als eine reine Pflichtmaßnahme an, mich zu retten? Sabia verschränkt die Arme vor der Brust und beäugt ihn neugierig. 

Er ringt nach Worten, wird mit einem Mal rot, was natürlich auch an der eisigen Luft liegen kann. Die Tür der Hütte öffnet sich und ein ohrenbetäubender Lärm dringt zu den beiden nach draußen. Sabia hat wirklich keine große Lust da reinzugehen. 

Ehm, nicht nur. Du bist mir schon am Vormittag aufgefallen und glaube mir, einer sechzigjährigen Oma wäre ich nicht so überstürzt gefolgt. Seine Beichte lässt ihren Herzschlag kurz aussetzen und eine angenehme Wärme durchzieht ihren Körper. Endlich werden ihre Hände wärmer. 

Der ist ja voll süß, denkt sie, will es ihm aber nicht zu leicht machen und deutet auf den Eingang der Hütte. 

Und wieso bitteschön soll ich da nicht reingehen, hm? Sie blinzelt ihn gewieft an. Er zuckt die Schultern. Weil es nichts bringt, entgegnet er äußerst cool. Keiner von denen, oder uns, wird heute Nacht noch nach unten ins Tal kommen. In der Hütte könnte es auf Dauer echt ungemütlich werden, mit den besoffenen Idioten.  

Aha, und was schlägt der Herr Bergretter vor?, fragt Sabia belustigt und fixiert seine wunderschön braunen Augen. 

Hinter der Gondelwarte ist eine kleine Hütte, eine Art Notunterkunft. Echt gemütlich. Dort kann man die Zeit, bis der Sturm nachlässt, mit Sicherheit angenehmer verbringen, meint er fast schon bittend. 

Sabias Herz klopft wie Blöde in der Brust. Sie muss sich reglementieren und die erotischen Gefühle, die in ihr aufzuwallen drohen, im Keim ersticken. Auch wenn er ihr wahnsinnig gut gefällt, sie kennt ihn doch überhaupt nicht. 

Ich habe aber Hunger und Durst…, beginnt sie, sieht dann aber bestürzt auf ihren Rucksack und seufzt lauthals. Leider habe ich nur fünf Euro dabei, dafür bekomme ich bei diesen Preisen nicht mal eine Limo.  

Die Wolken türmen sich grau über den Wäldern auf, der Schneesturm wird ungemütlicher und der Wind zerrt an Sabias langen Haaren, und wirbelt sie ihr ständig ins Gesicht. Sie sehnt sich nach Wärme, nach einem warmen Kakao und nach

Kein Problem, in der Hütte gibt es Holz, einen Kamin und sogar Apfelkuchen. Alex deutet auf den Rucksack auf seinem Rücken, den Sabia erst jetzt wahrnimmt. 

Apfelkuchen? Oh, du hast also vorgesorgt. Was soll ich davon halten? Sie lacht kurz auf und muss sich wieder zusammenreißen, ihre Gedanken, die ein sich liebendes Paar inmitten von Apfelkuchenkrümeln vor ihr geistiges Auge zaubern, in Schach zu halten. 

Sie setzt ein grübelndes Gesicht auf, während Alex einen Schritt näher tritt und sie mit einem ganz besonderen Glanz in den Pupillen anlächelt. Herrjeh, wie soll sie einem solchen Angebot wiederstehen, wenn sie dabei so angesehen wird. 

Also gut, du hast mich überzeugt. Ich denke ich sollte mit dir gehen, bevor ich hier festfriere oder verhungere. Sie lächelt ihn engelsgleich an. Außerdem glaube ich, du bist ein vertrauenswürdiger und echt netter Typ, aber was mich am meisten überzeugt ist natürlich der Apfelkuchen. Sabia zwinkert ihm zu und er lacht erleichtert auf. Sie reicht ihm ihre Hand, besser gesagt, die in ihrem Fäustling eingepackte Hand und lacht ihn an. 

Ich heiße übrigens Sabia, bin 24, ohne männliche Begleitung unterwegs und freue mich dich kennenzulernen. Alex ergreift ihre Hand und ein begeistertes Lächeln huscht über sein Gesicht. 

Alex, 26, Single und noch zu haben!, entgegnet er und zwinkert gekonnt. Wow, was für ein Ausbund an Perfektion, denkt Sabia und beißt sich kurz auf die Unterlippe. Wieder muss sie sich zur Ordnung und Vernunft rufen. 

Alex schultert ihre Ski als wären es zwei Mikado Stäbchen, klemmt sich sein Snowboard unter den anderen Arm und stapft vor ihr her durch das Schneetreiben. 

Prima, folge mir einfach, ist nicht weit, sagt er. Sabia hat Mühe mit ihm Schritt zu halten. Er hat eindeutig mehr Jeti Erfahrung als sie und man merkt, dass dies nicht sein erster Schneesturm in den Bergen ist, den er erlebt. 

Sie fühlt sich mit einem Mal absolut geborgen und gut aufgehoben an seiner Seite und ein wohliges Kribbeln bahnt sich seinen Weg bis in ihr Herz. Sie wird sich doch wohl nicht Hals über Kopf in diesen Adonis verknallen, oder? Sie begutachtet sein breites Kreuz und den gutgebauten Rest von ihm auf einer Länge von bestimmt einem-meter-fünf-und-achtzig. Er ist ein wirklicher Beau. 

Unweit hinter der Liftstation, einige Minuten einen schmalen Waldweg entlang und um eine kleine Baumgruppe herum, steht in Postkarten Manie eine kleine Hütte, inmitten akkuratem Weiß, mit einer unberührten dicken Schneedecke auf dem Dach und einem riesigen Brennholzstapel, hochgetürmt an einer der überdachten Außenwände. 

Wow, entfährt es Sabia, diese Hütte sieht aber urgemütlich aus. 

Warte bis du erst drinnen bist, gibt Alex zurück und lehnt ihre Ski und sein Snowboard gegen die hölzerne Wand. 

Nachdem er die dicke Holztür aufgeschlossen hat, tritt er den Schnee von seinen Stiefeln ab und stellt sie auf eine Abtropfschale in der Ecke des Wohnraums. Sabia macht es ihm nach und sieht sich anschließend in der wohnlichen Stube um. Nur auf Socken schreitet sie von einer Ecke in die andere.

Vor dem Kamin entdeckt sie ein einladendes Fell auf dem Fußboden, was kein Bärenfell oder ähnliches ist, da es ein Kuhfleckenmuster aufweist. Daneben eine gemütliche Couch und ein Stück weit dahinter eine Tür, die in einen anderen Raum führt. 

Alex beobachtet sie mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. 

Gefällt es dir? 

Ja, und wie, haucht sie verzückt. wem gehört die Hütte?

Alex nimmt einen Stapel Brennholz aus einem großen Korb, schichtet das Holz übereinander in den Kamin und zündet einen der unteren Scheite an. 

Meinem Onkel, er nennt diese Hütte Er stockt und sieht sie mit zusammengekniffenen Augen an. Hm, sag ich dir besser nicht, meint er lachend und richtet sich auf. 

Neugierig geht Sabia auf ihn zu, bis sie dicht vor ihm steht. Lass mich raten, meint sie, setzt ihre Mütze ab und schüttelt ihre langen blonden Haare in Form. Alex beobachtet sie mit einem Blick als wolle er sagen: Mach nur weiter, es gefällt mir wenn du dich ausziehst! 

Vielleicht Almdudler  Rausch  Ausschlaf  Hütte? Oder  SOS  Notfall Unterkunft, oder  ähm  Rammelhäuschen? Alex zieht erstaunt die Brauen in die Höhe und tritt noch einen Schritt näher.

Du bist ganz schön pfiffig. Er nennt sie Liebesnest, denn er ist ein begehrter Skilehrer und seine Schülerinnen stehen Schlange bei ihm, gibt er bereitwillig zu. Das sanfte Lächeln seiner Mundwinkel und der warme Blick seiner Augen bringen Sabia aus dem Gleichgewicht. Ihr Herz macht einen Hüpfer und angesichts der Hitze, die sich unter ihrer vierlagigen Ski Kluft breitmacht, steht ihr der Sinn danach sich die Klamotten vom Leib zu reißen. 

Öhm, macht es dir etwas aus, wenn ich mich ausziehe, fragt sie und bringt ein wenig Distanz zwischen sich und Alex. 

Nur zu, je mehr desto besser, meint er mit einem amüsierten Grinsen. 

Und du?, fragt Sabia unterdessen. Was ist mit dir? Bist du auch einer dieser Ski oder Snowboard Lehrer, die sich vor Angeboten nicht retten können? Lachend winkt er ab. 

Nein, eher nicht. Erstens bin ich kein Lehrer und zweitens stehe ich nicht so auf One- night- stands. Ich suche eher etwas langfristiges, nicht so sehr die heiße Liebe für zwischendurch. 

Erstaunt hebt Sabia ihren Blick und steht schließlich nur in Leggings, T-Shirt und Socken vor ihm. Der Kamin verbreitet eine unglaubliche Wärme im Innern der Hütte. 

Klingt gut, in jedem Fall sehr sympathisch. Was ist jetzt mit dem Apfelkuchen, Alex? Ich bin am Verhungern. Er kramt in seinem Rucksack, holt eine Tupper Dose sowie eine Flasche Kirschlikör heraus. 

Magst du?, fragt er und hält ihr die Flasche unter die Nase. Sabia verkneift sich ein Lachen. Glaubst du, wenn du mir dieses Zeug verabreichst, kannst du die Tradition dieser Hütte wahren und mich verführen? Sie grinst ihn frech an.
*****Fortsetzung Folgt – am Samstag ****

Veröffentlicht in mittwoch challenge

Mittwochchallenge mit Ella Green

Liebe Bücherfreunde , ihr glaubt gar nicht wen ich gefragt habe bei meiner nächsten Mittwochallenge. Ella Green, nachdem die Autorin ja einige tolle Romane schon raus gebracht hat. Habe ich mal ganz still und leise Angefragt.

Ella Green: „Ja gerne mache ich mit. Aber ich weiss leider gar nicht wann ich es schaffe“

Nach zwei Tagen kam ein PN, ich bin fertig und würde es dir per Email senden. So schnell und so heiss. Also mein lieben Büchersüchtigen Freunde, Ella Green und ich können heute nichts dafür, wenn ihr heute Abend alle über eure Männer drüber fallen werdet 🙂

10 Wörter, die müssen im Text vorkommen:

  • Berge
  • Schnee
  • Skilehrer
  • Schülerin
  • erotische Küsse
  • sauna
  • sekt
  • mondlicht
  • musik
  • Gummistiefel

Endlich Zeit zum Entspannen, dachte ich und griff nach dem Glas Sekt, das mir die Empfangsdame des Spabereichs reichte. Diesen Skiurlaub hatte ich mir mehr als verdient. Das Hotel, das ich mir ausgesucht hatte war das Beste, was hier im Dorf Niedernbach zu finden war.
Da ich erst vor einer Stunde ankam und die Lifte schon geschlossen hatten, hatte ich mich dazu entschieden, den Wellnessbereich in vollen Zügen zu genießen. Mit meinem alkoholischen Getränk und nur in einem weißen Handtuch umhüllt ging ich hinüber zum Whirlpool. Noch war ich hier ganz alleine und konnte meinen ersten Urlaubstag entspannt starten. Nachdem ich einen Schluck von dem Sekt nahm, stellte ich das Glas auf einen Tisch ab und ließ das Handtuch von meinem Körper gleiten. Sorgfältig legte ich es neben das Sektglas und stieg so wie Gott mich schuf in den Whirlpool.
Das warme Wasser umschmeichelte meinen nackten Körper und die leise Musik im Hintergrund drang an meine Ohren.
Herrlich, dachte ich und schloss meine Augen.

„Guten Abend“, vernahm ich eine männliche Stimme und öffnete leicht meine Lider.

Ein sehr attraktiver junger dunkelhaariger Mann kam zu mir in den Whirlpool und setzte sich mir gegenüber. Holla die Waldfee, dachte ich. Dieser Kerl sah unverschämt gut aus. Er fixierte mich mit seinem Blick und ich hätte zu gerne gewusst, was er gerade dachte.

„Ich bin Louis“, stellte er sich vor.

„Nett dich kennen zu lernen. Ich heiße Nina.“
„Bist du schon lange hier?“, wollte er wissen.

Wird das jetzt Smalltalk? Oh Mann, ich will einfach nur meinen Urlaub genießen.

„Ich bin erst heute angereist“, antwortete ich ihm und schloss meine Augen.

Vielleicht kapiert er ja, dass mir nicht nach quatschen ist.

Die Musik im Hintergrund ließ mich in eine andere Welt abtauchen und ich genoss es ihr zu lauschen. Das Wasser bewegte sich etwas und ich konnte es mir damit erklären, dass Louis den Whirlpool verließ.
Plötzlich spürte ich eine Hand auf meinem Schenkel und öffnete erschrocken meine Augen. Louis saß neben mir und lächelte mich an. Seine Hand glitt meinen Oberschenkel entlang und ich wusste gerade nicht, ob ich das schön oder absolut daneben finden sollte.

„Du bist eine sehr schöne Frau“, flüsterte er mir zu.

„Könntest du bitte deine Hand da wegnehmen!“, fauchte ich ihn an und schob sie weg.

„Gefällt es dir etwa nicht?“

„Ich finde das etwas dreist.“

„Nur etwas?“, lachte er auf. „Wie wäre es wenn wir in die Sauna gehen oder findest du das auch dreist?“

Dreist ist das nicht, aber warum will er mit mir in die Sauna? Wahrscheinlich, um mich komplett nackt zu sehen.

„Okay“, antwortete ich ihm und stand auf.

Louis scannte meinen Körper, als ich rückwärts aus dem Whirlpool stieg und seine Augen blieben zwischen meinen Beinen hängen. Erotisch leckte er sich über die Lippen. Mir wurde schlagartig heiß, mein Puls beschleunigte sich und ich griff eilig nach meinem Sektglas.
Um mich zu beruhigen, nahm ich einen großen Schluck und beobachtete ihn, als er aus dem Wasser stieg.
Der Typ ist ein Sahneschnittchen, dachte ich als er auf mich zu kam und mir mein Handtuch reichte.

Louis nahm mich an der Hand und führte mich zur Sauna.
„Dieser heiße Raum, ist nur für uns“, sagte er leise und öffnete die Tür. „Und nicht nur der Raum wird heiß sein.“

Als wir eintraten, bemerkte ich, dass diese Sauna gerademal für zwei Personen ausgerichtet war. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und mit zittrigen Händen breitete ich mein Handtuch auf der Bank aus.

„Ich bin Skilehrer“, sagte er und setzte sich neben mich.

Ich wusste nicht so recht, was ich damit jetzt anfangen sollte.
Erst grabscht er mich an und jetzt will er wieder Smalltalk halten.

„Ich kann nicht Skifahren, aber ich möchte es in diesem Urlaub lernen.“

„Dann könntest du ja meine Schülerin werden. Ich hab noch ein paar Termine frei.“

„Äh … ich hab schon Skistunden gebucht. Aber danke für dein Angebot.“

„Bei welcher Skischule hast du gebucht?“

„Skischule Mayer.“

Louis grinste breit. „Sehr gut. Denn genau in dieser Schule bin ich Lehrer.“

„Na, vielleicht bin ich ja ab morgen deine Schülerin.“

„Das würde mich sehr freuen, aber jetzt möchte ich dir lieber was anderes beibringen.“

Ich zog eine Augenbraue nach oben und fragte mich gedanklich, was er damit meinte.

„Hast du dich schon mal einem völlig Fremden hingegeben?“

Ich schüttelte verneinend den Kopf.

„Dann wird es Zeit“, entgegnete er mir.

„Du willst mich nicht ernsthaft hier in der Sauna flachlegen.“

„Warum denn nicht?“

Louis stand auf, stellte sich vor mich und ließ das Handtuch, das er um seine Hüften gewickelt hatte zu Boden fallen. Oh mein Gott, dachte ich, als ich seinen steifen Penis sah. Ich war zwar kein Kind von Traurigkeit, aber so einen riesigen Schwanz hatte ich noch nie gesehen.
„Hast du einen Gummistiefel dabei?“, wisperte ich.
„Einen Gummistiefel?“, fragte er und blickte mich verwirrt an.
„Na ja, bei dieser Größe reicht ein normaler Gummi nicht mehr aus“, antwortete ich und zuckte mit den Schultern.
Louis lachte auf und schüttelte belustigt den Kopf.
„Ganz langsam junge Dame, denn zuerst werde ich dich lecken.“
Louis schob meine Beine auseinander, senkte seinen Kopf und dann spürte ich seine Zunge an meiner Klit. Ich krallte mich an seinen Haaren fest und wusste nicht ob ich hier laut schreien könnte ohne Gefahr zu laufen, dass mich jemand hörte.
Grelle Blitze schossen vor meinen geschlossenen Lidern und ich stöhnte laut auf.
Plötzlich hörte Louis auf und ich blickte verwirrt auf ihn hinab.
„Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Jetzt gehen wir uns erstmal abkühlen“, sagte er und wickelte sich das Handtuch um.

Das Mondlicht schien auf uns hinunter. Der Schnee glitzerte und die Berge waren nur zu erahnen. Louis und ich standen draußen und kühlten uns etwas ab, denn das was er eben mit mir in der Sauna machte, hatte mich mehr als aufgeheizt.
Sanft massierte er meinen Nacken, blickte mir in die Augen und senkte seinen Kopf, um mir seine Lippen auf die meinen zu pressen. Ganz langsam küsste er sich einen Weg von meinem Mund über meinen Hals bis zu meinem Busen. Diese erotischen Küsse entfachten das Feuer neu und mir wurde heiß.

„Schatz, willst du mich hier und jetzt ficken oder gehen wir auf unser Zimmer?“, flüsterte ich ihm zu.

„Ich denke, wir sollten in unserem Zimmer weitermachen. Und lass und jetzt wieder Sandra und Flo sein.“

„Also ist das Rollenspiel vorbei?“, wollte ich wissen.

„Ja, weil ich möchte meine Sandra zum Höhepunkt bringen und nicht irgendeine Nina.“

„Gut, denn ich möchte, dass mich mein Flo leckt und nicht so ein Skilehrer Namens Louis.“

Es war unser erstes Rollenspiel und ob wir so was noch einmal tun würden, stand in den Sternen.